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Spitzenküche für Astronauten

Top-Köche aus sechs europäischen Ländern erobern mit ihrem Space-Food die unbekannten Weiten des Weltalls. Hummer-Ragout und Kalbsbäckchen sorgen für schmackhafte Abwechslung von Dosenkost und gefriergetrockneten Fertig-Menüs.

Erdäpfelsuppe mit Majoran, Kalbsbäckchen mit Gemüse in Balsamico-Essigsoße, und zum Dessert ein Zwetschgenkompott in Sternanis-Gewürzsud – was klingt, wie ein Menü eines gehobenen Restaurants wurde vor rund einem Jahr auf der ISS, der internationalen Raumstation serviert. In Kooperation mit der Europäischen Weltraumagentur ESA arbeiten nun Spitzenköche aus sechs europäischen Ländern an der Weiterentwicklung des "Weltraumkost-Prototyps".

4-Hauben-Küche für Astronauten

Mit-Initiator der Haute Cuisine für`s Weltall ist niemand Geringerer als Deutschlands Ausnahmekoch Harald Wohlfahrt vom mit vier Hauben (19,5 Punkte) ausgezeichneten Restaurant Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach. Gemeinsam mit Traube Tonbach-Inhaber Heiner Finkbeiner setzte Wohlfahrt sein kulinarisches Konzept um. Die Inspiration zur außergewöhnlichen Idee kam vom Astronauten Ernst Messerschmidt.

Nach dem ersten "Testmenü" wollen die Erfinder des "Space Food" nun mit der Unterstützung von Küchenmeistern aus der Schweiz, Italien, Spanien und Frankreich daran gehen, verschiedene Menüs für`s Weltall zu kreieren, die zunächst aber nur als Zusatzverpflegung angeboten werden.

Hummer und Trüffel

Mit im Team der "Weltall-Köche" ist der Elsässer Spitzenkoch Marc Haeberlin (L`Auberge De L`Ill). Er hat bereits erste Ideen für seine Feinschmecker-Astronautenkost: Hummer-Ragout, elsässischen Eintopf mit Geflügel und Trüffe, Zandermousse mit Krebsfond und gefüllte Palatschinken in warmem Kirschfond will er der ISS-Besatzung servieren.

Schwierige Bedingungen

Bis das Gourmet-Menü allerdings in`s All gelangt, ist es nicht nur ein weiter sondern auch schwieriger Weg. Es gilt, die richtige Balance zwischen Genuss und Praxistauglichkeit zu finden. Außerdem müssen die Speisen lange haltbar, leicht transportierbar und in platzsparend entsorgbaren Behältnissen verpackt sein. Die Gerichte bleiben dann bis zu einem Jahr an Bord der Raumstation ISS und der Transport eines Kilos kostet rund 16.000 Euro. Außerdem muss der Salzgehalt der Speisen möglichst gering sein, um der Gesundheit der Astronauten nicht zu schaden. Ein weiteres Kriterium ist die Konsistenz der Speisen. Aufwändige Labortests seien nun notwendig, um die Menüs diesen Kriterien anzupassen, heißt es von Seiten der "Space-Food"-Initiatoren.

Bisher ernährte sich die Besatzung der ISS hauptsächlich von Gefriergetrocknetem oder Konservendosen. Die Menüs der Spitzenköche werden angesichts dessen für willkommene Abwechslung und kulinarische Höhenflüge sorgen.


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