Um zum Hotelrestaurant Pfleger zu kommen, muss man schon etliche Höhenmeter zurücklegen. Leider wurden wir dafür nur mit der phantastischen Aussicht belohnt, denn Küche und Service konnten mit dieser nicht annähernd mithalten. Der Einstieg fiel noch recht viel versprechend aus, denn die Pastinakenschaumsuppe mit frittierten Birnentortelloni aufzupeppen, war eine sehr aparte Idee: Das kräftige Aroma der Wurzel verband sich kongenial mit der süßen Einlage. Die erste Enttäuschung folgte jedoch auf dem Fuße. Die Medaillons vom Schwein waren zum Teil trocken, die als Beilage vorgesehenen Linsen knirschten zwischen den Zähnen. Die Nudeln waren lobenswerterweise selbst gemacht, aber klebrig und bereits abgekühlt. Die Dessertvariation zum Abschluss entpuppte sich als Nussknödel in Begleitung eines Beerenparfaits, das so tiefgefroren war, dass wir auch nach einer angemessenen Wartezeit über den Geschmack nur Vermutungen anstellen konnten – zumal der Service zunächst etwas patzig den Standpunkt vertrat, dass ein Parfait steinhart zu sein habe. Wir bekamen schließlich ein neues, das aber auch nicht überzeugen konnte. Ein Lichtblick dagegen die Weinkarte mit österreichischem Schwerpunkt und einer ansprechenden Auswahl offener Weine.
Aus dem sehr familiär geführten Hotel Pfleger, mitten im kleinen Ort Anras gelegen, bietet sich ein phantastischer Blick auf die Lienzer Dolomiten und die Karnischen Alpen. Die 34 Zimmer, Studios und Familienapartments des Vital-Hotels sind hell und freundlich eingerichtet, an Möglichkeiten zu sportlicher Betätigung mangelt es weder im Winter noch im Sommer. Im umfangreichen Wellness-Bereich lässt sich der Muskelkater dann auch gleich viel angenehmer ertragen.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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