Um in den Genuss der Küche von Vater und Sohn Trippolt zu kommen, müssen die meisten Gäste weit reisen. Aber es zahlt sich aus. Schon die „Kleine Kücheneinstimmung", Cremiges vom Knollensellerie mit Speckzwetschke, ließ auf viel Fingerspitzengefühl in der Küche schließen. Die Highlights der Menüs waren die Fische. Sowohl der mild geräucherte und gebratene Lavanttaler Saibling auf Limonenfenchel als auch der überkrustete Olivenöl-Zander auf jungen Zitronenspinatblättern waren auf den Punkt gegart, sehr aromatisch und von besonderer Frische, ein Genuss! Die als Zwischengänge servierten Winterpilze mit Ochsenschwanzknöderl, der cremige Maisgruß mit Räucherschafkäse als auch die Rote-Rüben-Pasta waren unauffällig. Besonders empfehlenswert die Samtsuppe vom jungen Spinat mit überkrustetem Zanderfilet. So stellt man sich eine elegante und geschmackvolle Spinatsuppe vor. Das zart gebratene Hüferl war tatsächlich zart und mürbe, leider wurde der Fond etwas vom Pfeffer dominiert. Die Desserts wirkten ein wenig retro – große Portionen mit vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, sehr süß und mit Fruchtspiegel verzierte Teller –, wussten aber trotzdem zu gefallen. Unser einziger Kritikpunkt ist die Weinkarte. Nur österreichische Weine mittlerer Qualität. Aber laut Chefin wird genau das nachgefragt.
Trippolt's „Zum Bären" Josef Trippolt
Sonderbar, dass die besten Köche Kärntens weit vom Schuss zu finden sind. Ein Ausflug zu den Trippolts ist deshalb schon aufgrund der für die meisten langen Anfahrt etwas Besonderes. Aber es hat sich noch jedes Mal gelohnt. Die Menüs von Vater und Sohn sind längst einem gemeinsamen Auftritt gewichen, der harmonischer kaum sein könnte. Wir genossen diesmal Frühlingsboten, die ästhetisch ebenso überzeugten wie mit ihrer perfekten Machart und komplexen Aromastrategie. Die geschmacklich hinreißende Kombination von Gebirgssaibling-Carpaccio mit Rhabarber, Spargel, Himbeeressig und Kürbiskernöl bündelte exemplarisch alles, was die Saison hergibt. Hauchdünn, fast unsichtbar, lag das Kohlrabi-Carpaccio als duftig zitronige Basis unter Knöderln mit würzigem Ochsenschlepp-Kern. Die „Gnudi“, eine mittlerweile schon zur Marke gewordene Kreation der Trippolts in Form extrem flaumiger, zarter Gnocchi mit hausgeräuchertem Saibling und zarter Tomatensauce ein Gedicht, sicher eines der besten Pasta-Gerichte, das man in Österreich bekommen kann. Beim Rehrücken trafen sich Lavendelblüte, Wacholder-Kohlrabi und Salbeihonigkirschen zu einem Frühlingswalzer. Ein Gedicht das Rindshüferl mit Buttererdäpfelpüree und Rotweinschalotten. Selbst gebackenes Brot und die von Josef jun. wie Gemälde am Teller präsentierten Desserts verführten zum Schwärmen. Gediegen und preislich nicht überzogen das Wein- und Digestif-Angebot.
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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