Detailansicht 2012

2011
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Um in den Genuss der Küche von Vater und Sohn Trippolt zu kommen, müssen die meisten Gäste weit reisen. Aber es zahlt sich aus. Schon die „Kleine Kücheneinstimmung", Cremiges vom Knollensellerie mit Speckzwetschke, ließ auf viel Fingerspitzengefühl in der Küche schließen. Die Highlights der Menüs waren die Fische. Sowohl der mild geräucherte und gebratene Lavanttaler Saibling auf Limonenfenchel als auch der überkrustete Olivenöl-Zander auf jungen Zitronenspinatblättern waren auf den Punkt gegart, sehr aromatisch und von besonderer Frische, ein Genuss! Die als Zwischengänge servierten Winterpilze mit Ochsenschwanzknöderl, der cremige Maisgruß mit Räucherschafkäse als auch die Rote-Rüben-Pasta waren unauffällig. Besonders empfehlenswert die Samtsuppe vom jungen Spinat mit überkrustetem Zanderfilet. So stellt man sich eine elegante und geschmackvolle Spinatsuppe vor. Das zart gebratene Hüferl war tatsächlich zart und mürbe, leider wurde der Fond etwas vom Pfeffer dominiert. Die Desserts wirkten ein wenig retro – große Portionen mit vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, sehr süß und mit Fruchtspiegel verzierte Teller –, wussten aber trotzdem zu gefallen. Unser einziger Kritikpunkt ist die Weinkarte. Nur österreichische Weine mittlerer Qualität. Aber laut Chefin wird genau das nachgefragt.

2010
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Leicht hat es die Familie Trippolt nicht. Ihr Restaurant „Zum Bären liegt im kulinarischen Niemandsland und dann wurde auch noch monatelang die Autobahnabfahrt gesperrt. Wie soll man da durchhalten? Dabei sind die zwei Bären erneut in Höchstform. Sepp junior bringt immer deutlicher seine Küchenlinie ein, und es scheint, als würde sich der Herr Papa immer mehr zurückziehen. Die in Zitronenöl marinierten Draukrebse auf Fenchel und Pfirsich kamen für uns einem Einstiegs-Aha-Erlebnis gleich. In dieser Tonart einer feinsinnigen, schnörkellosen und doch so raffnierten Küche ging es weiter Schlag auf Schlag. Die flaumigen gefüllten Ochsenschwanzknöderln mit Lavendelpfeffer, braunen Parmesan-Butter-Bröseln auf Röstspeckkraut waren ein Genuss. Die Knöderln der Hauptdarsteller, das Kraut jedoch die Offenbarung. Der mit milder Knoblauchpetersilie überkrustete Seesaibling erschien exakt gebraten und im Geschmack nicht mehr zu überbieten. Die Desserts versetzten uns in himmlischen Zustand: Rhabarber-Gratin mit Vanille und Pfirsichragout sowie Hollundereisblüten. Im Vorjahr haben wir die geringe Auswahl kritisiert. Jetzt wurde erweitert. Das Weinangebot war immer schon top. Alles in allem äußerst überzeugend, und wir gratulieren zur Rückeroberung der dritten Haube.

2009
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Auf verlässlich hohem Niveau mit Betonung der österreichischen Küche behaupten sich die Trippolts hier seit Jahren. Trotz der Randlage und somit abhängig von eigens anreisenden Feinschmeckern. Mittlerweile ist der Wechsel vom Senior zum Junior eingeleitet, der ob seiner Ambition nach einer dritten Haube keinen Zweifel aufkommen lässt. Zugegeben, die Auswahl ist nicht berauschend, aber mit den drei Menüs (eins davon vegetarisch) ist man ohnedies bestens versorgt. Die Folge begann mit rohem Thunfisch auf Rote-Rüben-Scheiben, ein Duo, das sich selbst wunderbar genügte. Die Jakobsmuschel gab der Fenchelcreme sanften Kontra. Der Vogerlsalat erhob sich mit Paprika-Krapferln über die übliche Kernöl-Erdäpfel-Banalität. Die Suppe vom jungen Spinat überzeugte mit leicht herbem Grundton und angenehmer Konsistenz. Meisterhaft gelangen das Weidelamm mit Polenta-Palatschinken und Beiried. Erfrischend das Buttermilchmousse, das mit Ribisel und Apfel die Geschmackskomponenten zwischen samtiger Süße und prägnanter Säure besetzte. Dass Maria Trippolt vom Sauvignon blanc bis zur kräftigen roten Cuvee die richtigen Weine zu den hinreißenden Kreationen ihrer Männer aussucht, minderte den Gesamteindruck keineswegs. Die Preise bewegen sich - verglichen mit Restaurants ähnlicher Qualität - auf Kellerniveau.

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Trippolt's „Zum Bären" Josef Trippolt

Sonderbar, dass die besten Köche Kärntens weit vom Schuss zu finden sind. Ein Ausflug zu den Trippolts ist deshalb schon aufgrund der für die meisten langen Anfahrt etwas Besonderes. Aber es hat sich noch jedes Mal gelohnt. Die Menüs von Vater und Sohn sind längst einem gemeinsamen Auftritt gewichen, der harmonischer kaum sein könnte. Wir genossen diesmal Frühlingsboten, die ästhetisch ebenso überzeugten wie mit ihrer perfekten Machart und komplexen Aromastrategie. Die geschmacklich hinreißende Kombination von Gebirgssaibling-Carpaccio mit Rhabarber, Spargel, Himbeeressig und Kürbiskernöl bündelte exemplarisch alles, was die Saison hergibt. Hauchdünn, fast unsichtbar, lag das Kohlrabi-Carpaccio als duftig zitronige Basis unter Knöderln mit würzigem Ochsenschlepp-Kern. Die „Gnudi“, eine mittlerweile schon zur Marke gewordene Kreation der Trippolts in Form extrem flaumiger, zarter Gnocchi mit hausgeräuchertem Saibling und zarter Tomatensauce ein Gedicht, sicher eines der besten Pasta-Gerichte, das man in Österreich bekommen kann. Beim Rehrücken trafen sich Lavendelblüte, Wacholder-Kohlrabi und Salbeihonigkirschen zu einem Frühlingswalzer. Ein Gedicht das Rindshüferl mit Buttererdäpfelpüree und Rotweinschalotten. Selbst gebackenes Brot und die von Josef jun. wie Gemälde am Teller präsentierten Desserts verführten zum Schwärmen. Gediegen und preislich nicht überzogen das Wein- und Digestif-Angebot.

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