Detailansicht 2011

2010
18 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Das Schlossstern gehört mit Sicherheit zu den exklusivsten Adressen unseres Landes. Dementsprechend aufwendig agierte bei unserem Besuch der Service, der uns und den wenigen anderen Gästen scheinbar jeden Wunsch von den Augen ablas. Während wir vom Balkon des Restaurants unzählige Nobelkarossen vorbeiziehen sahen, ließ der junge Küchenchef Silvio Nickol zunächst ein Feuerwerk an kleinen Aufmerksamkeiten servieren: Eine Crème brûlee von der Gänseleber mit Rhabarber, ein mit Entenfleisch gefülltes Teigtascherl und ein erfrischendes Joghurteis erfüllten schon zu Beginn unsere hohen Erwartungen. Ein weiteres Highlight folgte schon mit der Symphonie von Neuseelandlangusten: Die weitgereisten Schalentiere wurden einmal zu einem pikant gewürzten Tatar verarbeitet. Den Kontrast dazu bildete eine Mousse, die durch den geschickten Einsatz diverser Gewürze und durch eine hauchdünne Schicht Kiwi-Gelee besondere Geschmackserlebnisse ermöglichte. Fast schwarz – und dementsprechend intensiv – kam die essenzielle Bouillon vom Nuarter Milchlamm auf weißem Minzflan auf den Tisch. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten wir auch keinen noch so kleinen Ausrutscher feststellen, der sich jedoch beim soufflierten Maibockmedaillon mit Rouennaiser Sauce einstellte. Das Fleisch war zwar wie erwartet perfekt gebraten und die Sauce ein Gedicht, doch der Geschmack der dazu gereichten Pilze getrübt: Zu viele Röstaromen – wir wollen noch nicht von angebrannt sprechen – schaden einfach jedem Genuss. Diesen ermöglichte jedoch uneingeschränkt die mit exotischem Früchteragout gefüllte Tamarillo, die mit einem erfrischenden Mango-Campari-Sorbet für einen bekömmlichen und leichten Abschluss unseres Dinners sorgte.

Freiherr Bartholomäus Khevenhüller leistete sich im 16. Jahrhundert den Luxus, ein Schloss direkt an den Gestaden des Wörthersees zu errichten. Das historische Gebäude erlebte im Laufe seiner Geschichte schöne, jedoch auch weniger glorreiche Zeiten. Seit – nach einer aufwendig durchgeführten Renovierung – das Schloss Velden von der renommierten Capella-Hotel-Gruppe geführt wird, scheinen die tristen Zeiten anscheinend endgültig überwunden. Zumindest für die Gäste, die sich den Luxus eines Aufenthaltes leisten können. Wem die Standardzimmer und gewöhnlichen Suiten für einen entspannenden Aufenthalt nicht reichen, der kann sich mit dem nötigen Kleingeld die Kaiser-Suite leisten. Die exklusivste Suite des Hauses bietet 300 m2 Wohnfläche, zwei Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer und darüber hinaus ein Arbeitszimmer mit separatem Besprechungs- und Speisezimmer.

2009
18 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Silvio Nickol hat sich gut eingearbeitet. Seine Küche bietet ein selten zu erlebendes Nebeneinander von nanotechnologieartiger Präzision und geschmacklicher Imagination, ohne den sicheren Boden der modernen Klassik zu verlassen. Was hier auf den Teller kommt, muss als eine der besten Küchen des Landes bezeichnet werden, wobei wir uns sicher sind, dass Nickols Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft ist und froh sind, einen Punkt in Reserve zu haben. Hinter den trocken formulierten Bezeichnungen wie "Symphonie vom kanadischen Hummer", "Komposition von ungestopfter Gänseleber mit Stachelbeere und Nuss-Rosinenmasse" stehen Gerichte, die eindeutig die volle Aufmerksamkeit des Essers fordern. Mild geräuchertes Rindermark auf konfierten Schalotten, Espressoauszug und einem Rondell von Sommertrüffeln ist dann der erste Volltreffer, eine Miniatur von unglaublicher aromatischer Dichte und Komplexität. Die essenzielle Bouillon vom Nuarter Milchlamm auf weißem Minzflan, Paprika-Ingwerchutney und kleinem Raviolo, das poellierte Rochenfilet auf leichtem Bärlauch-Stampf mit Zitronen und kleinen Kapern sind ebenso wie das soufflierte Rehmedaillon mit Briocheknödel im Pilzkleid und Rouennaiser Sauce (aah, wie sie glänzt und duftet!) lassen keine Zweifel offen, mit welchem Anspruch hier in der Küche auch in kleinsten Details zu Werke gegangen wird. Leichter Roquefort Kartoffelschaum mit Banyuls-Feigen leitet zu den Desserts über, die bei unserem Besuch nicht ganz das Niveau der zuvor gegessenen Gänge erreichen. Die neue Kraft in der Patisserie braucht noch Zeit, um sich einzugewöhnen: Gazpacho von Erdbeeren und grünem Apfel mit "Charentais"-Perlen und Basilikumsorbet. Weinauswahl, Käseangebot und -präsentation sowie der Empfang und der Service lassen einen oftmals vergessen, dass man in Österreich zu Gast ist. Die stolzen Preise von 300 Euro pro Person ebenfalls. Mag sein, dass die angepeilte Klientel daran gewöhnt ist, in St. Moritz oder an der Côte d´Azur Ähnliches zu bezahlen, geht es dort doch vor allem ums Sehen und Gesehen werden. Aber von wem will man in Velden am Wörthersee gesehen werden?

zurück

Schlosshotel Velden

Freiherr Bartholomäus Khevenhüller leistete sich im 16. Jahrhundert den Luxus, ein Schloss direkt an den Gestaden des Wörthersees zu errichten. Das historische Gebäude erlebte im Laufe seiner Geschichte schöne, jedoch auch weniger glorreiche Zeiten. Vor einigen Jahren wurde mit großem Aufwand renoviert, das Hotel im Schloss Velden zählt fraglos zu den luxuriösesten Bleiben am Wörthersee. Wem die Standardzimmer und gewöhnlichen Suiten für einen entspannenden Aufenthalt nicht reichen, der kann sich mit dem nötigen Kleingeld die Kaiser-Suite leisten. Die exklusivste Suite des Hauses bietet 300 m² Wohnfläche, zwei Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer und darüber hinaus ein Arbeitszimmer mit separatem Besprechungs- und Speisezimmer. Das Angebot an Outdoor-Aktivitäten ist endlos, indoor kann nicht nur grandios gegessen, sondern auch am Golf-Simulator trainiert werden.

Kommentare

Kommentare werden geladen...



Newsletter abonnieren

Zur Anmeldung