Detailansicht 2012

2011
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Die Elemente Luft, Wasser, Feuer und Erde geben in der Küche von Andrea Grossmann (und bei der Deko) den Takt vor. Wir erwischten einen Wasser-Tag, der dann neben Erwartetem (Forelle, Huchen, Suppe von Wörtherseefischen) auch Überraschendes zu bieten hatte, das man eher anderen Elementen zuordnen würde: etwa ein recht senflastiges Beef Tatar, das in einem (herzig anzuschauenden und ausgezeichnet schmeckenden) gebackenen Kästchen serviert wurde; ein Rindsfilet mit unkompliziertem Gemüse oder die üppige Portion Gustostückerln vom Lamm mit geschmurgeltem Paprika und nur daumendickem Polentastrudel. Beim Zweierlei von der Gänseleber kam der Wassertag insofern zum Tragen, als die gebratene Gänseleber beim Anschneiden sofort zerfloss. Ein Fehler, über den eine hervorragende Mango-Chili-Mousse, Vanillebirnen und geröstete Briochescheiben samt Gänseleber-Parfait hinwegtrösteten. Die Desserts in den Elemente-Rahmen drücken zu wollen, sparen wir uns: eine Balance-Inspiration mit Omelette-Surprise-Eigenschaften, Dreierlei vom Mokka in hinreißender Steigerungsstufe. Eher bescheiden die Weinauswahl.

Die vier Elemente bestimmen bei Andrea und Karl Grossmann auch die Atmosphäre in den Zimmern und im schönen Spa-Bereich des Balance-Hotels, das damit seine Entfernung zum Wörthersee kompensiert. Es gibt lebhafte Feuer- und lichte Luft-Zimmer; gedeckte Farben dominieren die dem Element Erde zugeordneten Zimmer, Blau die Wasser-Räume. Kärntner Genusstage, Weekend-Pauschalen, Adventzauber am Wörthersee & Co legen einen Besuch auch außerhalb der Saison nahe.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Die vier Elemente – Erde, Feuer, Wasser und Luft – als Ursprung und Anfang allen Lebens, geben hier den Ton an. Die Küche, so heißt es, ordnet sich mit der Verarbeitung biologischer Produkte dem Jahreskreislauf unter. Das kleine À-la-carte-Restaurant wechselt innerhalb der Mondphase mehrmals die Farbe, entflammt also an Feuertagen rot und gibt sich an Erdtagen gedeckt bedeckt, einschließlich der Vorhänge und der dekorativen Wandgemälde der Hausherrin Andrea Grossmann. So trägt ein Menü den Titel „Feuer und Erde, das zweite heißt „Luft und Wasser, beide sind ansprechend und lassen sich ganz elementar auch kombinieren. Unser Besuch fiel auf einen Erdtag, und da vermochte schon das hinreißende Gedeck mit Trüffelbutter, Nuss-Schaum und Pesto zu überzeugen. Die erdige Seite trumpfte sodann auf: Gänseleberparfait (ob nun von glücklichen Gänsen oder gestopft, war nicht eindeutig zu klären) mit noch warmem, knusprigem Brioche. Der Laxn zehrte zwar im Sommer mit roh mariniertem Spargel noch vom Frühjahr, entwickelte perfekt temperiert und im kleinen pikanten Gemüsebeet aber sein volles Aroma. Tadellos das Steak, die Eierschwammerln im gebackenen Nudeltascherl konnten allerdings nicht überzeugen. In die Luft ging es mit zweierlei Artischocken (mariniert und als Mousse) und gebratenen Jakobsmuscheln. Eine Wonne die Dessert-Variationen von Topfen und Marille. Die Weinkarte hält sich hauptsächlich an Österreicher und bietet eine rassige Auswahl zu sehr moderaten Preisen. Das junge Service-Team ist sehr aufmerksam. Fazit: Ein äußerst vielversprechender Anfang, da schlummert noch einiges an Potenzial.

Das Hotel liegt auf einer Anhöhe oberhalb Pörtschachs, einem besonderen Kraftort, und ist gänzlich nach der Vier-Elemente-Lehre ausgerichtet. Die modernen Wohlfühl-Zimmer sind mit Internet, Flatscreen sowie Balkon ausgestattet. Gäste können aus drei Kopfpölstern wählen, Langschläfer bekommen bis 13 Uhr das Frühstück ans Bett serviert. Für Kraft und Vitalität sorgen das Freibad im großen Balance-Garten und der Spa mit Steinsauna, Kräuterbad, Kosmetik und Massage. Tagungsräume.

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La Balance Andrea und Mag. Karl Grossmann

Ein lauer Abend auf der Terrasse des von der Familie Grossmann geführten Wohlfühlhotels. Wiewohl uns die Berieselung mit deutscher Schlagerparade fast aus der Balance gebracht hätte. Der kulinarische Teil war erfreulich, obwohl der neue Küchenchef Tino Bahn noch nicht ganz die Klasse seines Vorgängers Franz-Josef Fleischhacker (unter ihm war Bahn Souschef) erreicht. Die Grundidee ist aber dieselbe: gesunde, genussvolle Küche für Anspruchsvolle. Als Gruß aus der Küche kross gebratene Gänseleber in hauchdünn gebackenen Briochescheiben und marinierten Feigen. Zur Cremesuppe vom Babyspinat mit pochiertem Wachtelei harmonierte der leicht getrüffelte Spinatraviolo. Sehr originell das lauwarm geräucherte Reinankenfilet, serviert unter einer mit heißem Buchenholzrauch gefüllten Glasglocke – das Auge raucht mit. Die dazu gereichten Kohlrabi-Spaghetti ein erfreulicher Beitrag seitens des Knollengemüses. Die Weinkarte, in der die verschiedenen Rebsorten beschrieben werden, erleichtert es auch einem Laien, die richtige Begleitung für den Abend zu finden.

Die vier Elemente der Antike – Luft, Wasser, Feuer, Erde – stehen Pate für das sonnseitig über Pörtschach gelegene SPA- und Wohlfühlhotel mit Blick auf den Wörthersee. Eine wunderschöne Oase, in der das Wort Wellness einen neuen, höheren Stellenwert bekommen hat.

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