Der ehemalige Gutshof wurde im Laufe der Jahre geschmackvoll umgestaltet und empfängt mit einer von Kletterrosen prachtvoll bewachsenen Fassade. Von der großen Terrasse aus bietet sich ein wunderbarer Blick über das Rosental von den Karawanken bis in die Karnischen Alpen, man hat somit einen Großteil des zweisprachigen Kärntens unter sich. Die Küche des Hauses ist aber mindestens so interessant wie der Ausblick, die Auswahl kann als absolut familienfreundlich und dennoch exquisit bezeichnet werden. Durch eigene Landwirtschaft und Fischerei am Wörthersee erreicht das Haus seltene Qualität in verschiedenen Bereichen: Ribisel- und Hollersaft aus eigenem Garten, à la minute geräucherte, zum Anbeißen gute Seefische, Reinanke, Seeforelle, Waller und bisweilen Hecht, da kann man wirklich zum Fischfanatiker werden. Die Fleischgerichte – je nach Saison mit frischen Schwammerln oder Gemüse – sind ebenfalls von großer Güte. Und dann kommt der Besitzer, Herr Miklautz, auch noch mit frischen Schwarzbeeren aus dem eigenen Wald, dazu Vanilleeis ... Der Betrieb kann offenbar als autark eingestuft werden.
Höhenwirt Andreas Miklautz
Während in Keutschach wild über die Zukunft der Aussichtsplattform am Gipfel des Pyramidenkogels gestritten wird, präsentiert sich der an einem Hang desselben erbaute Höhenwirt davon unbeeindruckt und im Einklang mit seiner Umgebung und einem bemerkenswert schönen Blick ins Rosental. Dieser paradiesischen Lage scheinen sich Patron Andreas Miklautz und sein Küchenchef Siegfried Ruckhofer besonders verpflichtet zu fühlen, denn fast alles auf der Karte stammt aus dem hauseigenen Garten oder der näheren Umgebung, vom selbst gemachten Holundersaft bis hin zu den Fischen aus dem Wörthersee. Die cremige Brennnessel-Suppe mit Grießknödel lieferte zunächst jedoch Anlass zur Annahme, Herr Ruckhofer hätte das Gefühl in seiner Salz-Hand verloren. Die darauf folgende gebratene Reinanke mit Paradeiser-Parmesan-Kruste und selbst gemachten Rahmbandnudeln war aber ideal gewürzt, die Suppe dürfte daher wohl ein einmaliger Ausrutscher mit dem Salzfässchen gewesen sein. Ein zeitloser Klassiker schließlich die Schokolademousse, souverän und aufmerksam der Service. Schade nur, dass der Weinkeller gerade einer Neuorientierung unterzogen wurde.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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