Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr“, lässt Markus Hentschel, der sympathische Chef des Hauses, seine Gäste beim Blick in die Speisekarte wissen. Recht hat er, denn schöner als auf seiner wunderbaren Terrasse kann man am Grundlsee nirgendwo sitzen und gut essen. Nicht ganz so Recht hat er, wenn man liest, was unter diesem Spruch auf der Karte angeboten wird, nämlich ein Filet vom Seeteufel. Ein Fisch also, der zwar tückischerweise den „See“ im Namen führt, dessen Heimat aber das vorgeblich nicht gebrauchte Meer ist. Macht nichts, er wurde mit Lardo auf einem Paradeiser-Artischocken-Gröstl serviert und schmeckte tadellos, ebenso wie das geschmorte Lamm mit Bärlauchkruste. Zuvor hatte uns die Surstelze im Krenfond mit knusprigem Bauernbrot als geschmackliche Variation zum österlichen Schinken im Brotteig begeistert, während die gerollte Nudel mit Bärlauch und Trevisano leider zu hart war. Der gebratene Apfelknödel mit Hollereis zum Abschluss passte, die Weinkarte bietet bei den Roten einige Entdeckungen, beim Weißwein würde ihr ein bisschen mehr Auswahl guttun.
Lange Zeit musste man als Gast an einem der schönsten Flecken Österreichs mit dem Umstand Vorlieb nehmen, dass es hier kein auch nur annähernd empfehlenswertes Hotel mit Seezugang gab. Das hat sich dank des Seehotels nun geändert. Die hübschen, hellen, mit viel Holz gestalteten Zimmer mit frei stehender Badewanne und prächtiger Glas-Panoramafront sind ebenso ein Gewinn wie die perfekte Sauna mit Blick übers Wasser bis zum Seeende nach Gössl hinunter.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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