Unter den Kastanienbäumen im Gastgarten sitzen und einfach dem Farbenspiel des Grundlsees zusehen reicht schon fast aus, um mit Gott und der Welt ein paar Stunden lang seinen Frieden zu machen. Für Menschen, die es deftig mögen, trägt auch die Küche das Ihre dazu bei, es gibt viel traditionell Österreichisches, etwa würzige Leberschnittensuppe, Wiener Schnitzel aus dem Pfandl oder herrlich zarte Kalbsleber, natur gebraten, mit knusprig gebräunten Rösterdäpfeln. Auch das Fischangebot ist solide, serviert werden etwa Räucherforelle mit schonungslosem Oberskren und perfekt in Butter gebratener Saibling. Nicht unwitzig: die Devotionalien des Ausseer Vereinslebens in den urigen Stuben.
Max Schraml
Ein traumhaft gelegener Gastgarten mit grandiosem Blick über den Grundlsee ist das große Plus dieses Gasthofs, dessen Besuch einer Zeitreise in die 70er-Jahre nahekommt. Bei der Leberknödelsuppe füllte ein riesiger Knödel fast zur Gänze eine Art Frühstückskaffeehäferl, das auf einer Untertasse sowie einer mit Julius-Meinl-Logo bedruckten Papierserviette thronte. Das gebratene Saiblingsfilet auf Jungzwiebelcreme mit Petersilerdäpfeln schmeckte tadellos und zeigte, dass kulinarisch an diesem schönen Ort noch mehr drinnen wäre. Die Schraml-Cremetorte erwies sich als Sachertorte mit Cremeschicht, der Muskateller vom Polz war leicht und gut, die Bedienung freundlich, und die Aussicht auf die Landschaft versöhnt ohnehin mit fast allem.
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