Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Man darf sich keine allzu großen Gedanken machen über die Frage, ob das jetzt alles hundertprozentig stimmig wirkt. Zum einen das an Ferienwohnungen aus den 70ern erinnernde Interieur, ein Patchwork aus Holzkitsch und Retro, zum anderen die Küche Rainer Verguds, die sich sehr viel mit der Zubereitung von weit hergereisten Produkten beschäftigt, wobei Jakobsmuschel (im Tomatenauszug), Garnele und Wildlachs nicht immer die beste Figur machen. Liegt es an der Zubereitung oder am Produkt? Wir präferieren in solchen Fällen das Ortsverbundene, sei es Saibling nach Art eines steirischen Wurzelfleisches, Almochse, einmal geschmort und einmal gebacken, Rhabarber-Erdbeer-Gratin, wobei Letzteres etwas zu flüssig geraten war. Das Erdäpfelpüree zur Kalbsniere war schon etwas kühl für die Jahreszeit. Wir fragen uns: Will der Gast das wirklich, die vielen, von weit her eingeflogenen Fische, Meeresfrüchte und den grünen Spargel?

2010
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Das Lokal selbst – wie auch die Gestaltung des Menüs und der Gerichte – ist vielleicht ein bisschen altmodisch, doch das muss kein Nachteil sein. Das Gebäck und der Gemüseaufstrich entsprachen noch nicht ganz den Erwartungen, doch dann zeigte die Küche, was sie drauf hat. Besonders erfreulich die Suppen (Consommé mit Einlage, Topinambur-Schaumsuppe) und die Vorspeisen (Eierschwammerl-Tatar mit Carpaccio, geröstete Forellenleber auf Blattsalaten). Alles kam gut gewürzt und ansprechend präsentiert zu Tisch. Man spürte förmlich, wie da jemand in der Küche Freude am Kochen gehabt hatte. Einziger Wermutstropfen an unserem Abend war eine etwas verunglückte Ente, die in einer belanglosen Balsamico-Sauce mit Linsen ertrank, was eine unverständlich große Menge an Blattsalat nur ungenügend verdecken konnte. Wirklich gut hingegen die zarte Rinderlende mit frischen Schwammerln. Gänzlich versöhnt haben uns dann wieder die Desserts. Sowohl die gebackenen Mangospalten mit Kokoseis wie auch der Melonen-Grapefruit-Salat mit Zitronensorbet zeigten das erfreuliche Niveau dieses rustikalen Restaurants am Rande von Bad Mitterndorf.

2009
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Es ist immer erfreulich, wenn man sich wohlgemeinter Kritik annimmt. Der erste Satz unseres Vorjahresberichtes ist auch heuer aktuell, da nun bei glasweiser Bestellung der Wein direkt aus der Flasche bei Tisch ausgeschenkt wird. Noch mehr begeistert hat uns diesmal allerdings die Küche. Rainer Vergud hat vier große Menüs zusammengestellt, die nicht nur klug und harmonisch konzipierte Gerichte, sehr attraktiv serviert, enthalten, sondern auch hervorragend schmecken. Was waren die Highlights, die uns zur Verleihung der zweiten Haube bewogen? Definitiv die cremige Spargelmousse mit warmen Bärlauchgarnelen im Knusperkörbchen und Salat, das mit Dille gefüllte Lachscarpaccio mit lauwarmem Spargel-Krebssalat und Kerbel sowie das knusprige Zanderfilet mit Paprikapolenta und Kernöl - jede Speise ein Genuss für sich. Obwohl wir die Kombination Fleisch oder Fisch auf Salat eigentlich nicht so sehr mögen, ging das gebratene Wolfsbarschfilet mit Rucola und Parmesan (dazu ausgelöste Oliven und eine subtile Estragonsauce) eine gelungene Verbindung ein. Dem Vanilleeis mit Kernöl als Prédessert folgten in vier Schälchen serviert: Crème brûlée, Balsamico-Erdbeeren, Topfeneis und Schokolademousse. Besser hat man in Bad Mitterndorf schon lange nicht mehr gegessen.

zurück

Grimmingwurz'n Rainer Vergud

Eigentlich müssten die Grimmingwurz'n unter Denkmalschutz stehen. Nicht wegen der reizvollen, in Bad Mitterndorf häufig anzutreffenden typischen Salzkammergut-Architektur, sondern aufgrund des nahezu völlig authentischen Flairs der 1970er-Jahre. Der Fliesenboden, die Sitzgelegenheiten einschließlich Tapezierung, die Stofflampenschirme und vor allem der offene Dachstuhl mit einer früher wohl als Rôtisserie genützten Feuerstelle versetzen einen 40 Jahre zurück. Glücklicherweise hat sich die Küche weiterentwickelt, Rainer Vergud bietet Feines in gemäßigt-kreativer Zubereitung. Gerieten nach umfangreichem Gedeck die Vorspeisen wie das Beste vom Salzkammergut-Saibling mit Wildkräutersalat oder Lachstatar mit Spargel noch eher durchschnittlich und brav, so sorgte die Qualität der Hauptgerichte für Begeisterung: sowohl der rosa Lammrücken in der Bärlauchkruste auf Spargel-Jungzwiebel-Ragout als auch der angebotene Meeresfisch (knuspriges Wolfsbarschfilet auf Brennnesselcreme mit Trüffelnudeln) schmeckten vorzüglich. Nach dem Pre-Dessert in Form eines erfrischenden Multivitamin-Sorbets konnten das Orangenparfait mit Knusper-Schokomousse sowie der stangerlförmige Mangostrudel mit Kokossorbet das solide Haubenniveau locker bestätigen.

Kommentare

Kommentare werden geladen...



Newsletter abonnieren

Zur Anmeldung