Detailansicht 2011

2010
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Das stylishe Ecklokal mit seinen ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotos und der monumentalen Bar bietet ein stimmiges Gesamterlebnis. Es hält sich vielleicht deshalb so lange an der Spitze der Top Ten der Stadt, weil es ein klares Konzept verfolgt, über den üblichen Pasta-Pizza-Mischmasch hinausgeht und versucht, eine verfeinerte italienische Küche zu bieten. Heute ist das Paparazzi Teil eines kleinen Imperiums, zu dem auch das „Ufo“ gehört. Für authentische Italianità bürgt Antonio Iacovelli, dessen Kreationen von der heimischen Crew engagiert umgesetzt werden. Die Auswahl an Pastagerichten – darunter immer auch ein halbes Dutzend hausgemachter Produkte – hat etwas Betörendes. Es fällt schwer, sich zu entscheiden. Wir wählten Agnolotti mit Spinat-Ricotta-Fülle und waren verblüfft: Jedes Stück präzise Handarbeit mit einer harmonisch abgestimmten Fülle und einer Salbei-Butter-Sauce, die nicht nur aus zerlassener Butter bestand, sondern durch Beigabe von Mascarpone konsistenzvoll und cremig war, dazu frisch geriebener Parmesan. Wie sehr das Paparazzi seinen Kultstatus selbst erschafft, sieht man daran, dass der Beschreibung der Gerichte auf der Speisekarte eine Jahreszahl beigefügt ist. Die Entwicklung ist erkennbar – von Einfachem zu immer Elaborierterem, vom „Rindscarpaccio à la Locanda Cipriani” (2001) zur „karamellisierten Entenbrust mit Caponata von der Birne und Parma-Schinken” bzw. „Lachs-Steak mit frischen Kräutern, Foie gras und Scampi-Thymian-Fumet” (2009). Die Weinkarte führt virtuell durch alle italienischen Weinregionen, die Preise liegen allerdings weit über jenen für das Essen. Das glasweise Angebot beschränkt sich leider nur auf einfachen Tafelwein sowie Soave und Valpolicella. Anders verhält es sich bei den Cocktails. Barchef Stanislav Vadrna hat soeben sein erstes Buch veröffentlicht und gilt als großer Meister seines Fachs. Er versteht es wie kein anderer, Gewürznuancen und Aromen zu kombinieren und mischt im Glas kleine Feuerwerke.

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Paparazzi Julius Belan

Das Ecklokal mit den ausdrucksstarken Schwarzweißfotos an den Wänden hält sich seit mehr als zehn Jahren und gilt als beliebter Treffpunkt der „Expats“, der ausländischen Firmenvertreter und Botschaftsangehörigen. Wie sehr das Paparazzi seinen Kultstatus selbst erschaffen hat, sieht man daran, dass der Beschreibung der Gerichte auf der Speisekarte eine Jahreszahl beigefügt ist. Die Entwicklung ist erkennbar: vom Einfachen zum Elaborierten, aber immer dem Mainstream folgend. Die Pappardelle mit Kaninchenragout und Steinpilzen kamen als kaum zu bewältigende Riesenportion auf den Tisch. Die Nudeln gaben ein erfreuliches Bild ab und waren offenbar hausgemacht. Die Sauce ließ schon beim ersten Bissen erkennen, dass ein kundiger Koch fehlte oder gerade seinen freien Tag hatte: Das Kaninchenfleisch war langweilig und faserig und entbehrte jeder lebendigen Würzung. Auch die Fischsuppe war einfach nur eine Fischsuppe und verdiente die auf der Karte marktschreierisch verwendete Bezeichnung „Burrida ligure” schon deshalb nicht, weil Ligurien für seine einfachen und doch genialen Rezepte berühmt ist. Wie so oft in italienischen Restaurants beschränkte sich die Auswahl an Desserts auf die üblichen Verdächtigen. Dass glasweise ein Vino da tavola zu vernünftigem Preis geboten wird, ist ein sympathischer Zug.

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