Das Aiola City – Teil des rapide wachsenden Aiola-Restaurant-Imperiums – behauptet sich im Grazer Bermuda-Dreieck nicht nur, sondern expandierte auch dramatisch: Zwei benachbarte Szene-Cafés wurden inhaliert und zu einem dunkel-stylischen Leder-Onyx-Lounge-Gewölbe umfunktioniert, eine Kochschule im ersten Stock komplettiert das Programm. Heinz Preschan kochte hier vergangenes Jahr spannend und modern, leider trennte man sich. Nun wirkt die Küche ein wenig wie die Architektur – Mainstream mit großem Willen zur Repräsentation, etwas dick aufgetragen. Mehr Schein als Sein. Die Grillgemüse-Terrine mit Wildkräutersalat und Wachtelbrust sah hübsch aus, aromatisch relevant war allerdings einzig der ausgezeichnete Salat. Zur Kohlrabicremesuppe hätte man gratulieren können, intensiv und köstlich, schade, dass die vorgesehene Sommertrüffel durch (völlig unpassende) Stücke vom gebeizten Lachs ersetzt wurde – die das Gericht zerstörten. Ein „Duett vom Reh" erwies sich als ein rosa gebratenes, recht bissfestes Stück von der Keule mit Selleriecreme und Kaiserschoten sowie ein bisschen Rehragout, das leider sowohl zu süß als auch angebrannt war. „Dreimal Erdbeere" – Sorbet, Ragout und eine Art Granité mit Prosecco – wurden dem Aroma der Beeren nur beim Sorbet gerecht.
Aiola City Mag. Gerald Schwarz, Judith Huber
Das Aiola City, zentral am Grazer Mehlplatz gelegen, kann man als modern gestyltes Restaurant bezeichnen. Daher sieht man hier am Wochenende vor allem die Schickeria der Stadt, die entweder an der Bar exklusive Wodkas schlürft oder sich an den Tischen das eine oder andere Glas Champagner gönnt. Doch auch der Genießer wird bedient: frisch geräucherte Mandeln zum Glas Sekt, Olivenöl und Meersalz als Gedeck weckten Erwartungen. Die Tom-Kha-Gai-Suppe wurde mit Shiitake-Pilzen und einer gebackenen Garnele serviert, schmeckte würzig, jedoch nicht scharf. Die Cremesuppe vom Räuchersaibling war ziemlich kräftig gesalzen, fast versalzen, war sonst aber ebenfalls einwandfrei. Etwas zu wenig Salz hatte dafür die hohl ausgelöste Wachtel abbekommen, die mit Blattspinat und kleinen Artischocken serviert wurde. Die geschmorte Lammschulter war zart, die dazugehörige Sauce mit fein geschnittenem Gemüse und Thymian angereichert. Die Rotwein-Cuvée aus dem Burgenland passte zu beiden Gerichten perfekt und animierte uns noch zur Variation von Campari und Pomelos. Besonders das leicht bittere Eis und die süßsauer marinierten Früchte waren der ideale Abschluss. Den Espresso hätten wir noch gerne im Barbereich konsumiert, doch angesichts des dicken Zigarettenqualms verzichteten wir darauf.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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