Das wunderbare Gasthaus Csencsits im Kohfidischer Ortsteil Harmisch ist ein kulinarischer Glücksfall für die gesamte Region. Unser heuriger Besuch fiel auf einen Feiertag, an dem uns, nachvollziehbarerweise, eine leicht eingeschränkte Karte erwartete, doch was uns Jürgen Csencsits vom umsichtigen Service aus der Küche zu Tisch bringen ließ, war schlichtweg großartige Küche mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit dem knusprigen Osterei mit Schweinswangerl auf überaus elegant abgeschmecktem Cremespinat wären wir gerne in den Sonnenuntergang spaziert, aber es war ja erst 13 Uhr. So folgten, unter anderem, die extrem gut gelungene ungarische Fischsuppe Halászlé, Bärlauchgnocchi auf raffiniert gewürztem Paradeisragout und ein stolz dimensioniertes, herausragend gebratenes Beiried mit Senfsauce auf buntem Spargelgemüse. Und weil der Gürtel hielt, ließen wir es uns nicht nehmen, uns die herrlich luftige Topfen-Vanille-Cremeschnitte zuzuführen. So bleibt uns nun nur mehr die Freude aufs nächste Mal und die Gewissheit, angesichts der phantastisch kalkulierten Wein- und Digestifkarte ein Zimmer am nahen Csaterberg seriös ins Auge zu fassen.
Gasthaus Csencsits Jürgen Csencsits
Die Familie Csencsits hat aufgerüstet: Aus dem einst unscheinbaren Dorfwirtshaus wurde Schritt für Schritt ein vorzeigbares Restaurant, neuerdings mit lila Fassade außen und gemütlichen Lederpolstern innen, der südburgenländische Charakter blieb jedoch bewahrt. Genau das ist das Erfolgsrezept dieses jungen Mannes, der sich im Raketen-Tempo in die Riege der Gourmet-Fixpunkte dieses Bundeslandes kochte. Die Reisenden und auch die heimischen Gäste, die Csencsits ob seiner Bodenständigkeit nie verschreckte, danken es ihm mit einem stets gut gefüllten Restaurant. Die Speisekarte besteht aus drei Menüs, deren Gänge auch einzeln gewählt werden können. Dazu kommt eine kleine Auswahl an klassischen Wirtshausgerichten. Zu Beginn der Speisenfolge kosteten wir ein herrlich erfrischendes Lachs-Spargel-Tatar mit Wildkräutern und Zitronenverbene-Sorbet. Die anschließende Sellerie-Lauch-Suppe mit Zander und Curry zeigte sich konträr dazu: sehr würzig und leicht scharf. Das Dry-aged-Jungrind war saftig und zart und wurde von Montasio-Rösti (ein italienischer Hartkäse aus dem Friaul) und Bärlauch begleitet. Unser Menü schlossen wir mit einem Traum aus Schokolade und Banane ab und bereuten, dass wir uns beim süchtig machenden, hausgebackenen Brot und den köstlichen Aufstrichen anfangs nicht besser zurückhalten konnten. Sonst hätten wir nämlich noch einen Nachschlag bestellt. Preis und Leistung passen hier perfekt und auch die Weinkarte ist ein Lob wert.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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