Detailansicht 2011

2010
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Ein Spalier von Oleanderbüschen geleitete uns in den angenehm schattigen Gastgarten und unterstrich das mediterrane Flair dieses mit Naturstein und Klinker in gediegener Schlichtheit gestalteten Lokals. Südländische Leichtigkeit und Eleganz beflügelten auch das Schaffen von Andrea Waldrauch und ihrem Team, das seine Vorjahresschwächen radikal abgeschüttelt hatte. Nach einem anmutigen Amuse gueule von Radieschen mit Minze präludierte sie mit mariniertem Flusskrebs auf herrlich bissfestem Spargel. Es folgte eine klassische Entenconsommé mit gebratener Welsleber als nicht alltäglicher Einlage, ehe uns nicht nur das punktgenau gegarte Lammkarree, sondern auch das Rucola-Couscous mit Erdnüssen begeisterte. Nicht weniger exquisit war das Welsfilet mit Parmesanschaum ausgefallen, womit sich die Kreativität der Küche keineswegs erschöpft hatte: Der Schokoladekuchen mit Olivenmarmelade reihte sich in unsere ungewöhnlichen Desserterlebnisse ein. Qualität wie Quantität kennzeichneten gleichermaßen die Weinauswahl, wobei uns der mit unaufdringlicher Effizienz agierende Ober eine separate Karte für glasweise Weine anbot.

2009
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Das kühle und moderne Ambiente des Restaurants mag man oder man mag es nicht. Bei der Küche zeigte sich die vornehme Zurückhaltung allerdings als nicht immer ganz nachvollziehbar: Die Löwenzahnsuppe mit Garnelenspieß entsprach ebenso wie der Thunfisch mit Kamillenpesto nicht dem erwarteten Niveau. Doch was war mit der Maischolle in der Küche passiert? Wir vermuten, dass der kostbare Fisch zu lange in der Pfanne verbrachte, denn den Fisch konnte man wegen seines Aggregatzustandes eigentlich nur mehr mit dem Löffel zu sich nehmen, das kostbare Fleisch hing sehr lose an den Gräten. Der Wels aus dem nahen Neusiedlersee mit Frühlingsgemüse war hingegen wunderbar kross gebraten und auch exakt gewürzt. Warum nicht auch beim Fisch aus dem Meer? Beim Dessert - einer Kombination aus Schokolademousse und Campari - kamen wir mangels wirklicher Aromenvielfalt gewaltig ins Grübeln. Kann man in naher Zukunft das Ruder wieder in das richtige Lot bringen?

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Inamera Andrea Waldrauch, Gerhard Weidl

Was sagt es uns, wenn das zu Beginn gereichte Brot nicht so frisch ist, wie es sein müsste? Und auch die dazu servierten „hausgemachten Chips“ nach vorgestern schmecken? Da weht der eiskalte Hauch der Wirtschaftskrise durch das schicke Ambiente des schütter besetzten Lokals, da ahnen wir etwas vom Würgegriff des Sparzwangs. Eine Ahnung, die sich dann leider im Verlauf des Menüs bestätigen sollte: Die marinierten Flusskrebse mit Spargelmousse und Spargelsalat hatten wohl schon einige Zeit im Kühlschrank verbracht, bevor sie zu uns an den Tisch kamen. Enttäuschend auch die wässrige und ziemlich geschmacklose Spargelschaumsuppe. Die Erdäpfelcremesuppe war sehr in Ordnung, die gebackene Blunze als Einlage hingegen nichts sagend. Der gebratene Rehrücken mit Rhabarber und Linsen war von Qualität und Geschmack her zwar der Lichtblick des Tages, optisch jedoch eine Katastrophe (Rhabarberpampe über Reh sieht eben nicht wahnsinnig appetitlich aus). Ins Bild fügte sich schließlich das Dessert – Erdbeersorbet mit marinierten Erdbeeren und einer mit Buttermilch-Zitronengras-Creme gefüllten Blätterteigrolle, die uns unter der Gabel zerbröselte, bevor sie uns aus den Ohren staubte. Sparen ist zwar prinzipiell okay, aber auf die Art geht es definitiv schief.

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