Thorsten Probost ist auf der Sonnenseite des Kochlebens gelandet. In Oberlech führt er Regie in einem der schönsten Hotels, lässt auch die Halbpensionsgäste am wirklich Guten teilhaben. Und in seiner tabernakelgroßen Griggeler Stuba kann er in fast klösterlicher Abgeschiedenheit vom Trubel der Städte und des Arlbergs Abend für Abend an seiner schlackenfreien Küche feilen, für die seine Fans auch viel längere Anreisen in Kauf nehmen als bloß die mit Seilbahn, Lift, Skiern oder Bergschuhen ins autofreie Oberlech. Probost liebt nicht nur die Berge, sondern auch die Kräuter, die da wachsen. Sariette, Liebstöckel, Zahnlavendel, Majoran, Argentina-Minze – was hier nicht wachsen will, wird eben von weiter her geholt und vom Chef persönlich in Töpfchen aufbewahrt, gehegt und gepflegt. Schließlich sind sie es, mit denen er vielen seiner Kreationen den letzten Schliff, das gewisse geniale Etwas verleiht. Saibling und Forelle aus dem Zuger Fischteich (die Hummerzeiten am Arlberg gehören – zumindest, was die Spitze betrifft – der Vergangenheit an) mit Kürbis, Mangold und Jamaica-Thymian. Ein bunter Einstieg, der auch gleich das Motto des Abends vorzeichnet. Zarte Aromen, Verzicht auf Würze, die mehr tut, als jene hervorzuheben, der Eigengeschmack im Vordergrund. Garen von Fisch, Fleisch und Gemüsen ihrer Natur entsprechend. Klassische Methoden mit Mitteln heutiger Technik. Verzicht auf Espumas, Pulver und andere Volten. Die zarten Flusskrebse mit Quillquina auf Sellerie, dazu in einem Glas der transparente Krebsfond, ein Zitat, eine Hommage an Thorsten Probosts Zeit in Prielau. Geschmorter Waller mit Sariette, Erdäpfelcreme und Spinat. So und nicht anders möchte man ihn zubereitet bekommen. Gehacktes Kaiserteil vom Juhu-Rind mit weißer Zwiebel und Liebstöckel, die Zwiebel fest und als Püree. Gebratenes Rebhuhn mit Schwarzwurzeln. Bratl aus der Lammschulter. Rücken vom Lechtaler Hirsch mit Grießschnitte und Kohlsprossen. Viermal Fleisch. Viermal in einer quasi endgültigen Form der Zubereitung. Kein Bissen, keine Zutat, kein aus dem Fond des Hauptdarstellers zubereiteter Saft oder Sauce anders als perfekt. Bei den Desserts einmal Waldviertler Mohn, dann belgische Schokolade und Mokka im großen klassischen Einsatz. Sie haben richtig gelesen: Natürlich wird man in diesem Restaurant nicht speisen wie bei den großen Küchen-Innovatoren in diesem Jahrhundert. Das will Probost nicht. Seine Küche spiegelt die Natur, die Saisonen wider. Und nicht das, was im Internet und in den Kochbüchern des internationalen Koch-Jetsets gerade angesagt ist. Die Weinkarte, der Service, Empfang und Ambiente sind so, wie es sich an der Spitze gehört. Ohne Extravaganz in irgendwelche Richtungen.
Dieses Hotel ist gerade groß genug, um alle Angebote eines der Wellness und dem gediegenen Luxus verschriebenen Betriebs bieten zu können. Ein bisschen Skifahren oder (fast noch schöner) Wandern auf den Almen und über die Gipfel der Lecher Berge, dann eines der vielen Angebote aus Wellbeing und Beauty nutzen, schließlich ein Diner, das fast alle Stücke spielt. Die Zimmer sind mit Naturmaterialien und großzügig ausgestattet.
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
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