Essen und die damit verbundene Kultur spielen in den meisten Restaurants des Skiortes zwangsläufig eine untergeordnete Rolle, eine ausgelassene Partystimmung ist hier eher Trumpf. Das Restaurant Toscana versucht zumindest etwas gegen den ortsüblichen Trend zu schwimmen, auch wenn es nicht immer gelingt. Trotz des eher geringen Gästeansturms zu Beginn unseres Abendessens wurde uns der bestellte Weißwein erst nach der ersten Vorspeise serviert. Der marinierte Lachs mit Wildkräutersalat und Kräutermayonnaise sowie die wahrlich würzige Safran-Koriander-Fischsuppe hätten wohl mit einer vinophilen Begleitung noch besser geschmeckt. Optimal abgeschmeckt und auch von der Konsistenz perfekt der Kürbiseintopf, der durch Orangen und Ingwer eine leicht exotische Note erhielt. Die gebratene Entenbrust auf Rotkraut und das gebackene Landhendl mit Erdäpfel-Kresse-Salat und Preiselbeeren waren ebenfalls gelungene Speisen, ließen aber die notwendige Finesse vermissen. Eine Cassata von kandierten Früchten versüßte uns noch den Abend.
Toscana Walter Danner
Es ist schon eigenartig – der Süden, Italien, Toskana, die Sehnsucht danach nutzt sich einfach nicht ab. Das muss an der speziellen Kombination aus Wärme, Gemütlichkeit, weinseligem Loslassen und herzhaftem Essen liegen. Kein Wunder, dass wir davon nicht genug bekommen können, ist schließlich sehr reizvoll. In der Ischgler Version der Toskana versucht man, dieser Vorstellung nahe zu kommen. Mit wechselhaftem Erfolg. Küchenchef René Tepper bietet unter „Toscana Classico“ winterliche Kräutersalate, Beef Tatar, Penne all’arrabbiata oder Kalbsleber Toscana – die Gerichte werden ausschließlich aus saisonalen und marktfrischen Produkten zubereitet. Wir wählten den Kräutersalat mit rosa-zarten Rindsfiletspitzen und genialer Gewürzvinaigrette als Vorspeise – ein guter Start. Seiner überdimensionalen Schärfe wegen ließ der würzige Piatto von Mittelmeerfischen mit geröstetem Knoblauch und Safran nicht viel Geschmack aufkommen, wenngleich gerade die Fische sich von erfreulicher Frische zeigten. Überzeugend hingegen die zarte, feine, geschmackvolle Kalbsleber „Toscana“ mit Erdäpfelpüree und Schalottensauce. Ebenfalls zum Vergnügen wurden die hervorragenden, gut abgestimmten Linguini mit Scampi, Chili, Knoblauch und frischem Basilikum. Weniger Zustimmung fanden die Desserts. Etwas langweilig war das hausgemachte Tiramisu mit Himbeercoulis, nicht über den Durchschnitt hinaus kamen die Mango-Cannelloni mit weißem Schokolademousse – das versprochene Mohneis wurde kommentarlos durch Rotweineis ersetzt. Schade.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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