Detailansicht 2012

2011
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Von allem ein bisschen mehr! So lautet das selbst gewählte Motto des Interalpen-Hotels, das bei Telfs hoch über dem Inntal thront. An den beiden Chef’s Tables, die sich unmittelbar neben der großen Küche befinden, gilt dieses Motto jedoch nur für die Anzahl der Gänge und deren Qualität, nicht jedoch für das Platzangebot. Maximal je sechs Personen werden hier bewirtet, und da Hotelgäste bei der Buchung bevorzugt werden, sind die Chancen, dass hausfremde Feinschmecker einen Platz ergattern, denkbar gering. Andererseits ist die Performance, die Christoph Zangerl hier abliefert, so überzeugend, dass man am besten auch gleich eine Übernachtung vor Ort mitbucht. Beim Chef’s-Table-Menü setzt Zangerl auf den gleichen gelungenen Mix aus internationalen Luxusprodukten (Kaisergranat, St. Jacques, Seezunge etc.) und regionalen Spezialitäten (Bachsaibling, Flusskrebse, Kalb, Kaninchen) wie im wesentlich größeren regulären Restaurant, das – in eine Vielzahl von Stuben und Räumen gegliedert – bis zu 500 Personen Platz bietet. Fast noch bemerkenswerter als die Küchenleistung am Chef’s Table ist übrigens die Klasse an dieser Speisestätte, denn auch bei vollem Haus genießt man hier durchgehend auf solidem Zwei-Hauben-Niveau. Ein Platz am privilegierten Küchentisch lohnt sich dennoch, denn hier kann Zangerl seine Kreativität voll entfalten, was sich vor allem in der Präsentation der Gerichte zeigt. Statt Teller und Schüsseln kommen verstärkt Schiefer- und Glasplatten zum Einsatz. Auch wird hier auf höchstem Niveau und gekonnt mit Konsistenzen und Texturen gespielt, ohne dass Zangerls Küche dabei jemals in eine art pour l'art abgeleitet. Wahrlich kreativ lockte das Menü eingangs mit einem knusprigen Avocado-Sandwich mit Calamari und Tomaten oder einem Bachsaibling mit Freilandgurke, Champagner und Passionsfrucht. Reizvoll und hoch aromatisch auch das Kaninchen mit Erbsen, Morcheln und Gänseleber. Dass man nach acht oder neun pikanten Gängen immer noch Lust auf die beiden Desserts hat, liegt an der hervorragenden Patisserie, auf die man in diesem Haus zu Recht stolz ist.

Von außen betrachtet mag das Hotel Interalpen vielleicht etwas protzig wirken, ist man jedoch einmal im Inneren, staunt man nicht nur über das spektakuläre Panorama, das sich in jede Richtung erstreckt, sondern auch über das großzügige Raumangebot der Zimmer, die hier zu Recht nicht als solche bezeichnet werden. Man wohnt in Apartments oder Suiten! Die Größe des Hotels zeigt sich auch im Spa-Bereich, der mit über 5000 m² in Österreich seinesgleichen sucht. Bemerkenswert ist jedoch nicht nur der extreme Aufwand, der hier bei der Hardware betrieben wird. Auch was die Software – die Mitarbeiter – betrifft, spielt das erste Fünf-Sterne-Superior-Hotel Tirols seine Stärken voll aus. Perfekter Service passiert dann, wenn fachliche Kompetenz mit ehrlich wirkender Freundlichkeit einhergeht. Auch hier setzt das Interalpen Hotel Standards.

2010
17 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Hoch oben thront das renommierte Interalpen-Hotel inmitten von Wald in prachtvoller Aussichtslage, und das luxuriöse Interieur ist ganz auf den verwöhnten Gast zugeschnitten. Als extremen Kontrapunkt zu Holztäfelungen und reichhaltigem Schnitzwerk gibt es nun seit zwei Jahren den besonderen Tisch in der Großküche, stilistisch so konträr wie aufregend: für maximal 12 Personen kochen hier Executive Chef Christoph Zangerl und sein nicht minder fähiger Souschef Sebastian Frank ganz exklusiv ein monatlich wechselndes Menü der Überraschungen. Man kommt von Gang zu Gang nicht aus dem Staunen heraus, und wäre da nicht die so nützliche Beigabe der Karten zu den einzelnen Gerichten, man wüsste am Ende nicht mehr, was am Beginn stand. Die stilistische Bandbreite ist groß, man liebt auch das Spiel mit Zitaten aus der Molekularküche, Topprodukte sind selbstverständlicher Teil der auch optisch eindrucksvollen Arrangements: großes Theater für Abenteuerlustige. Erst das Vielerlei der kleinen Happen – Schweinekrustln mit Wasabi, das Kalt-warm-Spiel vom Karfiol (als geröstete Scheibe und als zartes Schaumsüppchen) oder der Turm von gegrillter, israelischer Gänseleber mit zartsüßem Lavendelhonig, gebratenem Steinpilz und Mispelspalten auf einer Brioche – eine wirklich harmonische Komposition. In einem durchscheinenden Glasgefäß dann der nächste kleine Höhepunkt: ein gar nicht so kleines Filet von der Seezunge, feinst poeliert, zerschmelzend, auf grandiosem Espuma von der Blunz’n mit feinem Majoranaroma – gewagt wie gelungen. Abgerundet war das Gericht noch von einer feinen Erdäpfelmousseline, alles in einer würzigen Nage von schwarzen Sommertrüffeln, die auch großzügig in feinen Stifteln über den Teller gestreut waren. Als Fleischgang dann in vergleichsweise fast üppiger Ausformung das Müritzlamm als Stück vom Lammrücken und als Kotelett, beides rosig gebraten, und eine Scheibe im Paradeiserfond geschmortes Lammhaxerl, interessante Beigabe die Artischockenwurst aus dem Buchenrauch, überaus rauchig-würzig, auf Artischockenpüree und eine exakt zugeschnittene knusprige Rolle mit Chorizo-Braterdäpfel-Fülle – ein veritabler Hauptgang. Viel Spannung, viel Neues, viel Sorgfalt und Ideenreichtum: Christoph Zangerl und sein Team bieten hier hohes Niveau, das leider auch entsprechend entlohnt sein will – der Menüpreis ist dreistellig.

Das Interalpen-Hotel ist ein imposanter Koloss, der Luxus und Behaglichkeit gekonnt vereint. Die 286 geräumigen Suiten und Appartements sind im Tiroler Stil eingerichtet und mit Panorama-Balkon ausgestattet. Das exklusive Spa bietet unendliche Möglichkeiten der Entspannung: Massagen, Bäder, Beauty und Fitness. Aber auch modernste medizinische Betreuung. Personal-Trainer begleiten Outdoor- und Indoor-Aktivitäten. Ideal auch für Tagungen.

2009
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Vier Jahre arbeitet das Küchenteam des Interalpen-Hotels nun unter der Leitung von Christoph Zangerl - und viel hat sich getan. Für dieses Jahr nahm er sich vor, mit dem neuen Konzept des "Chef's table" an die Öffentlichkeit zu treten: Zangerl öffnete einen Teil der Küche für Gäste, die in einem sehr persönlichen Rahmen in den Genuss eines Menu surprise gelangen wollen. Und in diesem Rahmen kann der Chef eines 600 Betten-Hotels neben der täglichen Pflicht endlich seine Kür vollziehen. Die einzelnen Gänge waren jeweils kleine Gesamtkunstwerke, aus mehreren Komponenten bestehend, durch einen roten Faden vereint, synergetisch verbunden. Sommelier Andreas Pfingstl findet zu diesen komplexen Geschmackskompositionen des Küchenchefs die richtigen Weine. Und so begann unser Abend mit einer Komposition aus Saibling, Kaviar, Gurkenschaum, Tatar mit Rharbarber und Senf-Dillragout, wobei sich diese Kombination erstaunlich ineinander fügte. Der nächste Gang führte schon mehr in internationale Gefilde, Zangerl servierte bretonischen Hummer mit grünen Mandeln und Zitronenpüree sowohl als gegrilltes Medaillon, als warme Rolle, Tatar und Schaum. Einer der Höhepunkte dann in Form von Taubenbrust mit geräucherter Gänseleberterrine, eine wundervolle Verbindung mit einer Auslese von Kirchmayer am Neusiedlersee. Oder ein Lammrücken aus der Müritz, den Zangerl als rosa gebratenes Filet und Rückenstück anbot, begleitet von einer Reduktion von Liebstöckel und frischer Avocado, mit Stückchen von Avocado, Eierschwammerln und Artischocken umlegt und mit einem Espuma von gerösteten Kartoffeln stoffig ergänzt. Dazu kam noch je ein Stück von Lammzunge und -bries. Humorige Akzente setzte Zangerl mit seiner Komposition von Ananas und Schokolade, bestehend aus Marshmallow mit Ananassorbet, einem Fondant von Giandujaschokolade mit Schokoladeespuma, einem Schokoladenparfait-Lutscher mit knisternden Brause-Crispies und Zuckerwatte - ein Klecks Minzpesto fiel da kaum noch auf. Der Nachteil an dieser Darbietung: hundert Euro pro Person, man muss mindestens zu sechst sein, die Wahlmöglichkeiten beschränken sich auf die Anzahl der Gänge (6, 8, 10 oder 12), rechtzeitige Reservierung ist unerlässlich.

Das Interalpen-Hotel ist ein imposanter Koloss, der luxuriösesten Alpenbarock mit atemberaubender Naturkulisse vereint. Die Zimmer/Appartments sind luxuriös in ihrer Größe, wie überhaupt Luxus eine wesentliche Rolle spielt. Man lässt sich hier was einfallen: Von Programmen für den Wanderliebhaber bis hin zu Medical Wellness. Sportpädagogen und Personal-Trainer unterstützen Sie bei allen Outdoor- und Indoor-Aktivitäten. Ein idealer und etwas entlegener Ort für Seminare und Konferenzen. Sechs Restaurants, Kaminbar, Shuttle-Service.

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Interalpen-Hotel Tyrol Direktor Oliver Mathée

Es besteht kein Zweifel daran, dass das Interalpen Tyrol von außerirdischer Herkunft ist. Kein Mensch würde ein Haus, dessen Dimensionen man nur mit „flughafig“ bezeichnen kann – ein autonomer, mit allen Überlebenssystemen ausgestatteter Luxus-Block – auf 1600 Metern Seehöhe an den Hang eines grauen Berges kleben. Irgendwo ist da sicher ein Schalter, und das Interalpen Tyrol könnte wieder losfliegen, in die unendlichen Weiten des Weltraums. Aber bis es so weit ist, zeigt Christoph Zangerl, erster Kulinarik-Offizier und Herr über etwa 50 Köche, dass man nicht nur unendlich viele Frühstücke, Mittagessen und Diners in erfreulicher Qualität zubereiten kann. Aus diesem Grund stellte er zwei hübsche Pulte in die – wirklich unglaublich große – Küche irgendwo im weitläufigen Untergeschoß und serviert hier direkt vom Pass weg fünf Mal pro Woche und für maximal zwölf Personen das so genannte Chef’s-Table-Menü. Wir hatten rechtzeitig gebucht (das Programm ist über Wochen reserviert) und kamen in den Genuss dieses wohl cheftabeligsten Chef’s Tables, den man derzeit im Land bekommen kann: Brote, Salze, Butter und Öle in mannigfaltiger Ausführung und Farbgebung, hausgemachtes Knäckebrot (das Haus unterhält eine eigene Bäckerei) und Spanferkelchips, dann in Reismehl knusprig gebratener Oktopus mit Crème brûlée von der Erbse mit Zitronenmelisse und Eis von der Vin-blanc-Sauce, etwas technisch, aber auch witzig und gut; Saiblings-Carpaccio mit Gurke und Kalbskopf-Vinaigrette, anfänglich irritierend, dann aber von befriedigender Harmonie (Umami!), irgendeine Säure-Komponente wäre vielleicht noch gut. Dann karamellisierte Gänseleberterrine mit glacierter Mispel und Kaffee in unterschiedlicher Ausformung, als Gelee, als Chip, als Muffin, nette Idee, verdient der weiteren Ausarbeitung; Hummer, pochiert mit Kaffirlimetten, im Muschel-Safransud serviert, klassisch, sehr schön, die „sphärisierte" Artischocke bitte einfach weglassen. Schließlich Flusskrebse mit Bries und warmem Magertopfen in Steinpilzfond – ganz groß, 19 Punkte für dieses Gericht, fantastische Kreation, Ehre für den, dem das eingefallen ist. Da hält man auch den eher geschmacklosen Ananas-Lolli und den zum hundertsten Mal strapazierten Molekular-Dotter vom Ananas-Saft aus, ja, es gibt sicher wen, der das noch nicht hatte. Großes Kompliment jedenfalls an Sommelier Andreas Pfingstl, der sich um die beiden Chef’s-Table-Pulte nicht nur überaus fürsorglich kümmert, sondern mit Weinbegleitungen überrascht, die man in der Tiroler Hotel-Gastronomie nur selten erlebt: mutig, extravagant, kreativ, fernab des Mainstreams, da essen sich die neun bis zehn Gänge wie von alleine. Insgesamt ein Konzept, zu dem man nur gratulieren kann. Großer Gourmet-Spaß, ungewöhnlich präsentiert, wie man ihn in einem Luxus-Raumschiff wie diesem nicht unbedingt erwartet.

Chef’s Table

Das Interalpen Tyrol ist ein Selbstläufer. Die Gäste der 600 Zimmer auf 282 Appartements besuchen dieses Haus nicht, um hier irgendwo Ski zu fahren oder den Golfschläger zu schwingen, sie kommen wegen des Hotels. Dementsprechend ist dieses Haus auch nicht als Unterbringung oder Mittel zum Zweck gedacht, sondern als sich selbst rechtfertigendes Erlebnis. Es gibt hier alles, und das in ausreichendem Maß: Gastronomie sowieso, ein paar kleine Bars und eine große Bar in der Dimension des St. Pöltener Bahnhofs, eine Boutique, ein Schwimm-Areal in sportlichen Dimensionen, ein Sauna-Dorf und Wellness- wie Beauty-Programm, dessen Studium etwa einen Urlaubstag benötigt. Die Autos wohnen im Interalpen Tyrol übrigens auch nicht schlecht, haben eine eigene Lobby.

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