Das neue Konzept des ehemaligen „Kaps“-Restaurants im noblen A-ROSA-Hotel spiegelt sich bereits im Namen wider: Hundert Prozent Österreich wird hier geboten, etwas anderes kommt nicht auf den Teller und auch nicht ins Glas. Die bewusst kitschig gewählte Umsetzung des Konzepts – vom Namen über die Gestaltung der Speisekarte bis zur fast schon unerträglichen Berieselung durch die Hintergrund-Musik (Zillertaler Schürzenjäger, Hansi Hinterseer, Hubert von Goisern und Rainhard Fendrich in Endlos-Schleife) – ist ein gewagter Grenzgang. Dass der schlechte Geschmack eigentlich ein guter ist, wie das selbst gewählte Motto auf der Speisekarte verkündet, ist zumindest fragwürdig. Kitsch, mit Augenzwinkern präsentiert, mag seine Reize haben, in der hier gewählten Umsetzung ist er mitunter nur schwer zu ertragen. Geboten werden zwei Menüs (fünfgängig zu € 105,–, sechsgängig zu € 120,–), die jedoch beliebig kombiniert werden können. Schon beim Amuse gueule – eine Anlehnung an eine Tiroler Brettljause, nur viel feiner – zeigte sich, dass Küchenchef Andreas Senn große Ambitionen hat. Dazu passend eine formidable Brotauswahl, die auf dem Holzbrett statt im Körberl präsentiert würde. Ambitioniert ging es weiter, wenngleich die originellen Kombinationen nicht immer wirklich stimmig gelangen. So köstlich das Kaninchen-Pflanzerl in Kräutersud auch war, so langweilig schmeckte das Carpaccio desselben, das auf würzigem Erdäpfelkas serviert wurde. Auch die Signalkrebse mit Erbsen delikat, der Sinn des als Kontrapunkt gedachten Kalbsbrieses erschloss sich am Gaumen jedoch nicht. Wirklich fein dann der gebratene Traunsee-Saibling und drei Variationen vom Tiroler Bio-Rind. Auch das abschließende Dessert (Grießkoch mit Rhabarber, Sauermilch-Eis) wusste zu überzeugen. Kenntnisreich zusammengestellt und mit € 45,– vergleichsweise günstig war die glasweise Weinbegleitung, die auch für kenntnisreiche Genießer die eine oder andere Überraschung beinhaltete.
Wunderschön ist dieses große Luxus-Hotel in den umliegenden Golfplatz gesetzt, so dass man von außen nicht wirklich mitbekommt, wie groß das A-ROSA eigentlich ist. Die 151 Zimmer und Suiten sind komfortabel-modern gestaltet, der Wellness-Bereich zählt zu den besten des Landes und bietet private Spa-Suiten sowie umfangreiche Beauty-Anwendungen.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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