Alex, so kennen ihn die Menschen vor den Herden und Fernsehern, hat es nicht nur zu höchsten Fernsehehren, sondern sogar schon zu einer eigenen Parodie gebracht. Für die wenigen, die’s noch nicht wissen: Er heißt mit vollem Namen Alexander Fankhauser und ist nicht nur ein begnadeter Entertainer am Herd, sondern vor allem einer der besten Köche dieses Landes. Ganz oben bewegt er sich nicht nur im Niveau, sondern tatsächlich in Höhenmetern, nämlich im heuer mehr als ein Mal tief verschneiten Hochfügen, einer Enklave mit besten Verbindungen zum Skihimmel. Vor allem aber lockt eines: das Restaurant Alexander. Wir schätzen hier das von Designarchitektur vollkommen unberührte Alpenambiente, und noch mehr den Service, der auch bei voller Belegung nie die Contenance oder die Freundlichkeit verliert. Alexander Fankhauser fliegt jede Woche zwischen Wien und Innsbruck hin und her, verbringt die Ruhetage im TV-Studio, während er sonst im Restaurant das Kommando führt. Und hey, der Mann birst ja geradezu vor Ideen. Kaum ein Teller, der mit weniger als vier Komponenten auskommt. So kombiniert Fankhauser zum Zillertaler Erdäpfelblattl mit Sauerkraut und Schweinsbackerl auch noch Flusskrebse. So zieht sich überhaupt die Kombination aus Fisch/Seafood und Fleisch/Innereien fast wie ein roter Faden durchs Angebot. Gänseleber mit Kaisergranat, Kalbszunge und Gewürzrauch lassen wir von Wolfsbarsch mit Grammelknödel und Thymianschaum (perfekt abgeschmeckt und durchdacht) folgen. Fast erholsam für die da schon ordentlich beanspruchten Geschmacksnerven ist die simple wie köstliche Spinatschaumsuppe mit Räucherlachsbrandade oder der knusprige Schweinsbauch (vom berühmten Mangalitzaschwein – und es ist wunderbar) auf Senfkraut. Nach einem gefühlten halben Dutzend Amuses, eines besser als das andere, ist dieses Essen bei Alexander, das wir mit einem Passionsfruchttörtchen abschließen, solcherart beschaffen, dass danach unbedingt noch eine Probe aus der reichlich bestückten Digestifauswahl nötig ist. Und am nächsten Morgen, das ist jetzt schon klar, geht es auf die Piste. Und den Sessellift lassen wir aus! (Na ja.)
Die Familie Fankhauser betreibt dieses Hotel mit Verve und Einsatz. Kaum eine Tageszeit, zu der Mama oder Papa und Petra Fankhauser nicht anwesend sind, um nach dem Rechten zu sehen. Die Zimmer sind großzügig, der Frühstücksraum eher funktional, die Bar ein beliebter Ort mit einem genialen Mann hinter der Theke. Und am schönsten ist es, wenn die Sonne scheint, auf der riesenhaften Terrasse, mit Frühstückskaffee oder später am Tag mit Käsespätzle oder anderen deftigen Stärkungen für hungrige Wintersportler. Ein kleines Paradies ohne Allüren zu fairen Preisen.
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
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