Detailansicht 2012

2011
18 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Alex, so kennen ihn die Menschen vor den Herden und Fernsehern, hat es nicht nur zu höchsten Fernsehehren, sondern sogar schon zu einer eigenen Parodie gebracht. Für die wenigen, die’s noch nicht wissen: Er heißt mit vollem Namen Alexander Fankhauser und ist nicht nur ein begnadeter Entertainer am Herd, sondern vor allem einer der besten Köche dieses Landes. Ganz oben bewegt er sich nicht nur im Niveau, sondern tatsächlich in Höhenmetern, nämlich im heuer mehr als ein Mal tief verschneiten Hochfügen, einer Enklave mit besten Verbindungen zum Skihimmel. Vor allem aber lockt eines: das Restaurant Alexander. Wir schätzen hier das von Designarchitektur vollkommen unberührte Alpenambiente, und noch mehr den Service, der auch bei voller Belegung nie die Contenance oder die Freundlichkeit verliert. Alexander Fankhauser fliegt jede Woche zwischen Wien und Innsbruck hin und her, verbringt die Ruhetage im TV-Studio, während er sonst im Restaurant das Kommando führt. Und hey, der Mann birst ja geradezu vor Ideen. Kaum ein Teller, der mit weniger als vier Komponenten auskommt. So kombiniert Fankhauser zum Zillertaler Erdäpfelblattl mit Sauerkraut und Schweinsbackerl auch noch Flusskrebse. So zieht sich überhaupt die Kombination aus Fisch/Seafood und Fleisch/Innereien fast wie ein roter Faden durchs Angebot. Gänseleber mit Kaisergranat, Kalbszunge und Gewürzrauch lassen wir von Wolfsbarsch mit Grammelknödel und Thymianschaum (perfekt abgeschmeckt und durchdacht) folgen. Fast erholsam für die da schon ordentlich beanspruchten Geschmacksnerven ist die simple wie köstliche Spinatschaumsuppe mit Räucherlachsbrandade oder der knusprige Schweinsbauch (vom berühmten Mangalitzaschwein – und es ist wunderbar) auf Senfkraut. Nach einem gefühlten halben Dutzend Amuses, eines besser als das andere, ist dieses Essen bei Alexander, das wir mit einem Passionsfruchttörtchen abschließen, solcherart beschaffen, dass danach unbedingt noch eine Probe aus der reichlich bestückten Digestifauswahl nötig ist. Und am nächsten Morgen, das ist jetzt schon klar, geht es auf die Piste. Und den Sessellift lassen wir aus! (Na ja.)

Die Familie Fankhauser betreibt dieses Hotel mit Verve und Einsatz. Kaum eine Tageszeit, zu der Mama oder Papa und Petra Fankhauser nicht anwesend sind, um nach dem Rechten zu sehen. Die Zimmer sind großzügig, der Frühstücksraum eher funktional, die Bar ein beliebter Ort mit einem genialen Mann hinter der Theke. Und am schönsten ist es, wenn die Sonne scheint, auf der riesenhaften Terrasse, mit Frühstückskaffee oder später am Tag mit Käsespätzle oder anderen deftigen Stärkungen für hungrige Wintersportler. Ein kleines Paradies ohne Allüren zu fairen Preisen.

2010
18 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Alexander Fankhauser hat es nicht nur als Fernsehkoch zu Ruhm und Ehre gebracht, auch die Fans seines Restaurants in Hochfügen wachsen schneller als die Frühlingsblumen auf den Almen, wenn die meterdicke Schneedecke im Skigebiet zu schmelzen beginnt (und das Restaurant sich längst in die wohlverdiente Sommerpause begeben hat). Oh ja, dieser Koch liebt sein Metier wirklich. Während so mancher Standeskollege sich am liebsten schon in die (Früh-)Pension vertschüssen möchte, vibriert Fankhauser geradezu vor Ideen und verbringt am liebsten den ganzen Tag am Herd. Zwei Menüs bietet das À-la-carte-Restaurant und beide bieten Produkte und Handwerk auf höchstem Niveau, in dem hier im Hotel Lamark auf 1500 Metern Qualität und Individualismus beim Werben um den Gast hochgehalten werden. Wir hatten – nach einer nicht enden wollenden Reihenfolge von Amuse gueules (köstlich darunter: Variationen von der Roten Rübe, Blunzenstick mit Apfelkren) – Gänselebervariationen, Beuscherlknödel mit eingelegter Sardine, Hummer mit Passionsfrucht, eine in Vakuum gegarte Perlhuhnbrust mit Morchelragout und Entengrammelknödel, Piccata vom Kitz mit Tomaten (was für ein Aroma!) und Frischkäsecannelloni, gefolgt von confiertem Kitz auf Erbsenpüree mit hausgemachtem grünen Curry, schließlich Tiramisu von der Erdbeere mit gebackenem Nougatknödel. 18 Punkte, keine Frage. Doch Fankhauser lässt es dabei nicht bewenden. Er komponiert allabendlich aus dem Bauch heraus neue Gerichte, begibt sich auch mal aufs ganz dünne Eis (Kaisergranat mit Gänseleberjoghurt – na ja), fährt aber mit seinen Saucen (die Rotweinsauce zum Zander, die Orangensauce zum Wolfsbarsch!) oder der behutsamen Modernisierung Zillertaler Klassiker (die Zillertaler Ofenleber) eindeutig einen Sieg nach Punkten ein. Außerdem erlebt man selten eine derart gut eingespielte Servicemannschaft, die ebenso locker wie kenntnisreich serviert, kommentiert, empfiehlt und einschenkt und dabei den Eindruck hinterlässt, als empfinde sie den Abend als ebenso vergnüglich wie der Gast.

Im idyllischen Hochtal Hochfügen, direkt an der Skipiste gelegen, ist das Vier-Sterne-Hotel der ideale Platz für Erholungsuchende und Sportler. 50 modern-komfortable Zimmer und Familienappartements mit großzügigem Grundriss stehen den Gästen zur Verfügung. Im Wellnessbereich verwöhnen Sauna, Dampfbad, Infrarotkabine und ein großes Hallenbad. Die komplette Familie Fankhauser kümmert sich sehr persönlich um das Wohl ihrer Gäste.

2009
18 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Zum kulinarischen Ausklang der Wintersaison haben wir uns entschlossen, uns vom "Koch des Jahres 2005" Alexander Fankhauser in Hochfügen verwöhnen zu lassen. Nach einer nicht enden wollenden kurvenreichen Bergstrasse (12 km) hatten wir das Restaurant Alexander im Hotel Lamark erreicht. Das Ambiente entspricht einer gehobenen Haubenküche mit Wohlfühlatmosphäre. Zur Auswahl standen zwei Fünf-Gang-Menüs, wobei sämtliche Speisen frei wählbar waren. Die Auswahl war insofern schwierig, weil wir uns zwischen den einzelnen Speisen fast nicht entscheiden konnten - im Sinne von Ferrari oder doch Lamborghini. Eigentlich war es ja ein Sieben-Gang-Menü, da die beiden Amuse bouche im Preis inbegriffen waren. Also begannen wir den Abend viel versprechend mit einem Glas Champagner. Als Gruß 1 des Hauses wurde uns ein köstlicher Lachs mit eingebrannten Erdäpfeln und Lachskavier serviert. Als Gruß 2 gab es ein butterweiches, gesurtes, süß-saures Schweinswangerl. Auch, wenn man kein Liebhaber von Süßsaurem ist, so ist man von dieser wunderbaren Geschmacksvariation überwältigt. Was darauf folgte, war Genuss in Reinkultur. Zuerst bekamen wir ein Beef Tatar im ausgehöhlten Ei mit Kaviarschaum serviert und danach einen hausgeräucherten Thunfischschinken mit weißem Spargel. Es folgte ein mit schwarzem Trüffel gespickter Seeteufel, wobei außer dem hervorragenden Fischgeschmack die riesige Trüffelportion erwähnt werden sollte. Es folgte eine aussergewöhnliche Variation vom rosa Kalbsfilet mit Blutwurstlasagne und einem Kaisergranat. Dieser Gang präsentierte die Tiroler Traditionsküche perfekt, gepaart mit innovativer Kochkunst. Das Tiramisu von der Himbeere mit Rhabarber und Sauerrahmeis sowie das weiße Schokoladenparfait mit Pfeffererdbeere rundeten diesen außergewöhnlich gelungenen Abend ab. Leider hat diese hervorragende Küche nur in der Wintersaison geöffnet. Doch: "Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck den er zurück lässt, ist bleibend" (Johann Wolfgang von Goethe).

Direkt an der Skipiste gelegen, ist das Hotel der ideale Platz für berghungrige und gleichzeitig genusssüchtige Sportler. 50 großzügige Zimmer und Familienappartements stehen den Gästen zur Verfügung. Eine Sauna, Dampfbad und Hallenbad, ein eigener Fitnessbereich, Massageangebote und ein herrliches Frühstücksbuffet runden das Angebot des Hauses ab. Die komplette Familie Fankhauser kümmert sich rührend und sehr persönlich um das Wohl ihrer Gäste.

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Alexander Familie Fankhauser

Wir verraten jetzt ein Geheimnis: Alexander Fankhauser hat einen Zwillingsbruder, der täglich mit Andi Woyta den Fernsehkoch-Kasperl macht. Zumindest können wir es uns anders nicht erklären, wie man einerseits jeden Tag am Bildschirm erscheinen und andererseits jeden Tag im Hotel Lamark den Küchenchef machen kann. Und an dem Abend, als wir im Restaurant Alexander, im Hotel Lamark, das an einer zum Mega-Parkplatz asphaltierten Alm irgendwo hoch in den Bergen über dem Zillertal liegt, war er ohne Zweifel leibhaftig anwesend – und kochte uns ein Menü, wie es irgendein Doppelgänger wohl nicht geschafft hätte. Es muss also einen Doppelgänger geben. Das Restaurant Alexander, ein etwas veredelter und abgetrennter Bereich des Hotelrestaurants im typischen Zirbenholz-Design, passt stilistisch natürlich zu Alexander Fankhausers zarter, mitunter filigraner, fein-aromatischer Küche wie die Faust aufs Aug’. Aber das ist erstens völlig egal, zweitens in den Bergen so üblich und drittens fährt Fankhauser ein subtiles Gewöhn-Programm: Es begann noch edel-rustikal mit Schüttelbrot-Crackern, Leberkäse und Zucchinifrites im Stanitzel, und schon kam ein Gericht, das einen aus der Enge des Gebirgstales befreit: offene Miesmuschel-Ravioli mit Pfirsich, oho, dachte man sich noch, und dann explodierten die Aromen der Meeres- und der Steinfrucht zu intensiv-köstlicher Harmonie. Genauso beim Spargel-Ei, großartige Kreation, großartige Kombination, großartiges Handwerk, mutig und mit erfrischender Ironie. Mittel-originell dann vielleicht die Gänseleber am Schoko-Blatt mit Orange, ganz anders die gebratene Gänseleber auf Pökelzunge mit unglaublicher Schnittlauch-Zungen-Sauce. Bei den Zillertaler Blattl’n dann wieder eins dieser hervorragenden Beispiele einer zeitgemäßen Alpinküche, die die Obauers, Andreas Döllerer, Johanna Maier und eben Alexander Fankhauser leider verabsäumten, zur international gültigen Sensation zu machen und diesen Zug lieber den Skandinaviern überließen. Salziges, gesurtes Schweinsbackerl, milchsaures Sauerkraut, die Süße der unglaublich knackigen Flusskrebse, die knusprigen Erdäpfelblatt’ln – absolut köstlich. Beim Dessert hätte man optisch noch ein bisschen was verbessern können, denn der mit Rhabarber gefüllte Lebkuchenknopf mit Zitronenparfait schmeckte tatsächlich viel besser, als er aussah. Der Service im Restaurant Alexander fällt in die Kategorie herzerwärmend, die Weinkarte wird Fankhausers Küche allerdings nicht gerecht, enthält die üblichen Verdächtigen aus vorwiegend heimischen Kellern, könnte durch ein wenig Extravaganz aber sehr gewinnen.

Das Hotel Lamark ist ein typisches Skihotel, wie alle anderen Hotels in Hochfügen unmittelbar bei den Liftstationen gelegen und zu hundert Prozent auf Ski-Tourismus ausgelegt: Eine Skischule, ein Skiverleih und Privat-Trainer für sämtliche Arten, sich auf Schnee sportlich zu bewegen, sind im Hause untergebracht. Den Wellness-Anforderungen wird man mittels Hallenbad, Dampfbädern, zwei Saunen und einem separierten Ruheraum nur für Erwachsene gerecht. Die Zimmer sind komfortabel, ohne mit übertriebenen Design-Abenteuern anzustrengen.

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