Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Mit der Schließung des Restaurants Imperial, das von Thomas Walkensteiners hohem Küchenniveau getragen wurde, hat sich Schloss Fuschl nun mit dem Schloss-Restaurant und seinem herrlichen Ausblick auf den Fuschlsee auf ausschließlich eine Restaurant-Schiene reduziert. Das einstige Feuerwerk an Küchenkreativität wurde eingeschränkt auf ein klassisches Speisenangebot mit Anklängen an die ehemals zelebrierte Hochküche. Entsprechend der Jahreszeit bot man uns neben der Speisekarte auch Thalgauer Spargel in klassischen Varianten sowie die frischen Fische des Salzkammergutes an. Unsere Speisenfolge zeigte sich im Grunde ohne Makel, aber auch ohne Highlights. Die Jakobsmuscheln waren mild angebraten und ruhten auf Erdäpfelpüree und Spargel, delikat dazu die Rotweinschalotten. Ohne großen Anspruch zeigte sich die Bärlauchsuppe mit gebeizter Lachsforelle, perfekt gegart die Gänseleber auf Birnenmus und köstlich zart das Kalbsfilet auf Spinatrisotto. Eine Gaumenfreude war das abschließende warme Mohntörtchen mit Herzkirschen und Toblerone-Parfait. Aufmerksam und treffend die Weinberatung auch bei glasweiser Weinbegleitung. Entsprechend dem luxuriösen Gesamt-Ambiente präsentiert sich das Angebot der Weinkarte.

Vor mehr als 500 Jahren von Salzburgs Fürsterzbischöfen erbaut, bietet das luxuriöse Schlosshotel in prachtvoller Lage am Fuschlsee höchsten Komfort mit zahlreichen modern ausgestatteten Zimmern und Suiten in historischem Flair. Eleganter Beauty- und Wellnessbereich, eigener Badestrand, Golf. Permanente Kunstausstellung in Zusammenarbeit mit der Münchner Galerie Bernheimer.

2010
18 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


The name is the message. Das kleine Imperium von Fuschls Küchen-Nr.-1, Thomas Walkensteiner, ist ein Schmuckkästchen, in dem hermetisch abgeschlossen von der Außenwelt die hohe Kunst des Speisens und Trinkens zelebriert wird, als gäbe es nichts auf der Welt, was dieser an Bedeutung gleichkäme. Nur hie und da wirft der Gast einen Blick aus den schmalen Fenstern auf See und Umgebung: Die Welt da draußen, steht sie noch? Doch gleich darauf nimmt ihn die kompositorische Power des Herrn Walkensteiner wieder gefangen, der mittlerweile zu den ganz großen Abschmeckern und Gewürzkennern des Landes gehört. Und mit der Genauigkeit eines Nanotechnikers ans Werk geht. Als da wären: Variationen vom Tintenfisch – daumennagelgroßes Carpaccio mit Maxi-Aromen, gebackenes Miniteigtäschchen, Sulz mit Tintenfisch, zweierlei zarte Schnitten vom schottischen Lachs mit Kürbis, eine leichte Creme, aromatisch, aber im Zusammenspiel etwas fragwürdig, Suppe von 1001 Gewürzen mit Jakobsmuscheltatar, das gebacken an den Tisch kam und irgendwie köstlich, aber genauso auch entbehrlich schien, wobei die Suppe selbst nichts anderes als fantastisch war. Wir setzten fort mit sizilianischen Garnelen mit Curry und wunderbar nach Zitrone duftendem Reis, landeten schließlich bei der butterzarten Chartreuse vom Milchkalb, beim Reh mit Kirschgelee (Fruchtgelees: die Modebeilage des Jahres?), Kirschen und Grießknödel, lobten über die Maßen die gerade richtig gebratene Gänseleber mit Milchschaum und Mangoragout – einfach große Klasse. Beim nächsten Besuch machten wir uns über das her, was wir bislang noch nicht gekostet hatten: Rotbarbe, einer der kompliziertesten Meeresfische, geriet mit Sauce Vierge zum Erlebnis, das Lamm im Tramezzinomantel mit gebackenen Oliven und fruchtigem Olivenöl wie immer perfekt (die Öle aus der Veronelli-Serie – überhaupt ein großes als auch interessantes Thema dieser leichten, fernöstlich wie mediterran inspirierten Küche). Köstlich dazu: der warme Kräuterfond mit starker Basilikumnote. Bei den Desserts punktete die Küche mit den Schokoladevariationen und wieder uhrmachermäßig genau behandelten Beilagen, darunter ein Petersilienmus, große Sache. Leider trübte der Blick in die Weinkarte das Vergnügen auch dieses Jahr gehörig: Nicht, dass da zu wenige gute Flaschen aufgeführt wären, aber die Weinpreise sind derart prohibitiv, dass man überlegen muss, für einen Abend nur Wasser zu trinken.

Die Halbinsel, auf der das Schloss Fuschl thront, ist wohl einer der schönsten Plätze für ein Hotel. Wer hier einkehrt, kann jede Gewohnheit, was ein Hotel sein kann, vergessen. Tatsächlich gehört dieses vor 500 Jahren von den Salzburger Erzbischöfen als Sommerresidenz erbaute Schloss zu den exklusivsten Herbergen. Mit allem Komfort, den man kaufen kann, und mit jener Patina veredelt, die den Aufenthalt so kostbar macht. Golf, Wellness, eigener Badestrand.

2009
18 Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Man braucht schon ein solides Maß an Hartnäckigkeit, um in Thomas Walkensteiners im französischen Stil eingerichteten Restaurant Imperial einen Platz zu ergattern. Bei unserem ersten Versuch hatte man uns einfach ins Schloss-Restaurant gesetzt, da das Restaurant Imperial geschlossen war, was man uns bei der Reservierung allerdings verschwiegen hatte - und die dort gebotene überteuerte Mittelmäßigkeit war nun wirklich nicht auf Hauben-Niveau. Beim zweiten, erfolgreichen Versuch bot Walkensteiner eine der zur Zeit interessantesten Küchen des Landes, die spielerische Leichtigkeit, kreative Überraschungsmomente und ein Gespür für intensive Geschmacksnoten vereint. Wenngleich die Begeisterung des Vorjahres nicht mehr zu finden war und Preise, die man sich einst nur für eine Speisenabfolge à la Escoffier zu verlangen traute, hier nur mehr für drei bescheidene Gänge und den billigsten Wein aus der unverschämt kalkulierten Weinkarte reichten. Die Mille-feuilles vom Kaninchen kamen mit Steinpilzen, Pata Negra und einer pulverisierten, unglaublich frisch schmeckenden Kopfsalat-Gazpacho, beim Pot au feu von Froschschenkeln war die begleitende Paprikasauce auch als Suppe allein schon ein Gedicht. Die danach verkostete Sauerkrautrahmsuppe mit Blunzenknödel war intensiv, das Filet von der Lachsforelle schmeckte so frisch, wie eben gefangen. Der Rücken vom Hirschkalb, mit Feigenrotkraut und Gänseleber-Buchteln gelang wunderbar zart, doch beim Dessert kamen wieder Zweifel auf: Um ein schlichtes Schokoladenmousse zwischen Schokoladeblättchen zu servieren, bedarf es weder eines Patissiers noch der schwülstigen Beschreibung auf der Speisekarte. Die hervorragende Weinbegleitung von Sommelier Andreas Jechsmayr minderte den Ärger über Weinpreise, die teilweise das Doppelte als in anderen Drei-Hauben-Lokalen betragen.

Das Luxushotel mit dem einzigartigen Blick auf den Fuschlsee kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. So diente es Jahrhunderte den Erzbischöfen des Bistums Salzburgs als Ausgangspunkt für ihre Jagdausflüge. Heute erwartet die Gäste höchster Komfort und zahlreiche auf modern eingerichtete Zimmer mit historischer Vergangenheit. Luxus pur bieten zum Beispiel die Barock-Suite im Schlossturm oder die Sissi-Suite, in der Romy Schneider während der Dreharbeiten zum ersten Sissi-Film nächtigte.

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Schloss Fuschl Generaldirektor Wolfgang M. Greiner

Nach einer kurzen Flaute zeigte sich die Küche dieses zauberhaften Schlosshotels bei unserem jüngsten Besuch wieder stark erholt und von neuem Elan beseelt. An einem Tag außerhalb der Festspielzeiten ganz ohne Stars und Sternchen und geballtem Auftreten von Reich & Schön konnten wir uns, angenehm betreut vom aufmerksamen Personal, an merkbar inspirierten Küchenleistungen erfreuen. Die grandiose Aussicht von der Terrasse weit über den Fuschlsee ist ja, unabhängig von Zeiten und Gästen, immer da. Als Gruß aus der Küche bekamen wir zur Einstimmung ein hübsches Lachsforellenhäppchen gereicht. Das Speisenangebot insgesamt erschien uns in der Erinnerung pfiffiger, auch überraschender als in früheren Jahren. Kalbskutteln, Medaillons vom Flusszander und Speckgrammeln, eine geschmorte Milchlammstelze und Fische aus der schlosseigenen Fischerei ergaben schon eine hübsche Auswahl, auch wenn so mancher Eingeweihte den Zeiten des legendären Restaurants Imperial im Schloss nachweinen mag. Wir aßen im Hier und Jetzt und kamen auch auf unsere Rechnung: Wir starteten mit einer delikaten Sauerkrautsuppe mit sehr gut harmonierenden, aromatischen Blunznknödelchen. Gelungen auch der Hauptgang, ein Saibling aus dem Fuschlsee, welcher wie ein gemaltes Bild zwischen sanften grünen Hügeln unter der Schlossterrasse liegt. Der Kellner bot an, den Fisch zu filetieren, Gelegenheit für uns, einen Meister am Werk zu sehen. Und einen Fisch zu essen, wie er sein soll: Perfekt gebraten, mit Gefühl gewürzt, schön anzuschauen. Und dazu auf Empfehlung ein offen ausgeschenkter Riesling vom Winzer Lehenstein. Und als Dessert einen Klassiker, die Haustorte, ein Schokoladekuchen mit deutlichen Spuren von Marc de Champagne. Nach dem Dessert noch eine Draufgabe: zart schmeckende Pralinen und getunkte Erdbeeren für den Heimweg.

„Schloss-Restaurant“

Das Schloss Fuschl, vor mehr als 500 Jahren von den Salzburger Erzbischöfen als Sommerresidenz erbaut, ist heute eines der luxuriösesten Hotels an einem der schönsten Plätze Salzburgs. Fernab jeder Hektik, mit Blick auf einen der schönsten Seen des Salzkammergutes. Höchster Komfort in Zimmern und Suiten in historischem Ambiente, nahe der Stadt Salzburg mit seinen kulturellen Highlights. Das Schlosshotel bietet Wellnessbereich, Golfplatz und Privatbadestrand.

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