Küchenchef Brunnauer macht etwas, was nicht nur in Salzburg in letzter Zeit immer seltener wird: Er achtet stur auf die Qualität des Produktes und nimmt hier nur vom Besten. Das wirkt sich auch auf die Preise in der Riedenburg aus, aber niemals so, dass sich der Gast übervorteilt fühlen könnte. Kaisergranat von solcher Frische und Qualität und so kenntnisreich gegart hatten wir nicht nur im vergangenen Jahr sehr selten. Dazu ein feines Kalbstatar mit dezitiertem Aroma, etwas Zitrone, ein vielleicht nicht so notwendiger Kalbskopf (allerdings nicht in seiner rohen Form), und eine schöne Vorspeise à la Brunnauer war perfekt. Mit Taube wissen nur wenige so gut umzugehen wie der Chef der Riedenburg, wir allerdings aßen diesmal Wachtelbrust mit Gänseleberterrine, nicht weniger gut. Das Reh aus dem Pinzgau, souffliert, mit Sellerie und Preiselbeer-Ricotta-Tascherl geriet dann ebenso tadellos wie das Wiener Schnitzel, das Brunnauer seit Neuestem wieder auf der Karte hat. Und auch da darf man sich natürlich nichts anderes erwarten als ein stupendes Bekenntnis zur Qualität. Nicht anders als köstlich die Desserts: Sorbets und Cremeeis voller Aromen und Frische sowie eine Limetten-Topfen-Tarte mit Thaimango. Die Weinkarte strotzt vor Pretiosen. Frau Maria, der die Serviceleitung obliegt, macht ihren Job ganz wunderbar.
Riedenburg Robert Hatheyer
Das Restaurant Riedenburg im gleichnamigen Salzburger Stadtteil unweit des Neutors gelegen, funktioniert seit Jahren. Seit zehn, um es genau zu sagen. Was hier Patron Robert Hatheyer im Service und Richard Brunnauer in der Küche bieten, ist stets von bester Qualität und Beständigkeit. Das schlägt sich allerdings auch im Preis nieder. Die Riedenburg ist Luxusklasse. Mittags gönnen uns die Betreiber ein Businessclass-Menü zu Economy-Preisen – drei Gänge um € 18, wir kosteten uns allerdings durch das À-la-carte-Angebot. Brunnauer kocht gut und wie immer konzentriert auf die Qualität des Produktes, doch fehlte uns heuer der letzte Wimpernschlag Esprit, die Ensembles wirkten etwas mutlos und einer gesettelten Zuverlässigkeit verpflichtet. Eine Abnützungserscheinung nach zehn Jahren? Zur Speisekarte: Saftigen Seeteufel mit Senfgurken und Zitronenvinaigrette gab es als sehr gute Vorspeise. Unschlagbar der knusprige Schweinebauch mit Nussbutterpüree und Kaisergranat. Es folgten gebratene Jakobsmuscheln mit Belugalinsen und Vulcanoschinken und eine würzige Tomaten-Zitronengras-Suppe. Ordentlich, aber doch eher gutbürgerlich war auch die Hauptspeise, Tauernlamm mit Lamm-Krautwickler und Gnocchi, perfekt gebraten das Fleisch, aber endlos langweilig begleitet. Die Desserts, eine Passionsfrucht-Crème-brûlée und etwas andere Salzburger Nockerln, waren brav gelungen. Wir animieren Brunnauer zum Festhalten an seiner Qualitätspolitik, jedoch mit mehr Mut und Ideen. Kompliment an den besonders freundlichen Service, aber Rüge für die Weinpreise.
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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