Mitten im historischen Kern der Salzburger Altstadt hat sich hier die Familie Kögl in vielen Jahren ihr Reich geschaffen. Draußen mögen die Touristenströme toben, drinnen in den alten Gewölben herrscht angenehme Ruhe, wenn nicht gerade die Stampede der Musikliebhaber nach einem Kunstgenuss im nahen Festspielhaus ihren hoffentlich reservierten Restaurantplätzen zuströmt. Weniger aufregend, dafür aber zuverlässig niveauvoll gibt sich die Küche. Hier ist nicht der Platz für Sensationen. Klassische österreichische Küche erfreut hier die Gäste. Ein pochierter Waller mit Senfbutter glänzt im Angebot neben der Ochsenzunge in Madeirasauce, Schwammerlrostbraten mit Krautfleckerln, Medaillons vom Hirschrücken und natürlich Lamm, Ente und Tafelspitz. Wir waren mit der molligen Topinambursuppe, der delikaten Flugentenbrust und zum Abschluss einer süßen Crème brûlée sehr zufrieden. Sympathisch, dass es einige Gerichte auch in Vorspeisenportionen gibt. Vor allem, wenn die Uhr nach ein paar Stunden Oper schon gegen Mitternacht zugeht. Ganz beachtlich ist die Qualität der Weinkarte, besonders erfreulich die Auswahl an glasweise ausgeschenkten, vorzüglichen Weinen.
Alt Salzburg Johann Kögl
Unverändert hochwertige Leistungen über einen längeren Zeitraum – eine Institution, könnte man meinen. Küchenchef Kögl ist auf dem Weg zu einer solchen; auch in diesem Jahr hat er gezeigt, dass seine Haube gut auf dem Kopf sitzt. Die Frischkäseterrine als Gruß aus der Küche war noch verhalten, aber das Thunfischcarpaccio mit Limonensauce erwies sich als der erste Schritt in die richtige Richtung und der zweite folgte mit zarten Rehfiletscheiben auf Salat. Hauchzarte Zandernockerln mit Krebsensauce (einziger Schönheitsfehler: Shrimps statt Flusskrebse) und hausgemachten Nudeln waren wohlfeil ebenso wie der gebratene Bachsaibling und auch das rosazarte Lammkarree. Die Weinkarte ist überschaubar, aber die Weinpreise verleiten zum Durchkosten (die Speisekarte ist vielfältig, aber die Speisenpreise sind eher hoch). Die Crème brûlée kam mit einem wunderbaren gedämpften Weingartenpfirsich, die Blutorangencreme war geschmacklich gut, aber für eine Creme viel zu fest. Trotzdem können wir nur konstatieren, dass Herrn Kögl die Haube sehr gut passt.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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