Das Sarntal ist eine Gourmet-Gegend, denn gleich drei Restaurants setzen in diesem abgeschiedenen Seitental auf Kreativität und Genuss. Der Braunwirt im Hauptdorf Sarnthein ist ein modernes, freundliches Restaurant, in dem schöpferischer Ehrgeiz angesagt ist. Gelungenes Beispiel dafür ist der in Ciabatta-Brot gebratene Bachsaibling mit Fenchel – eine dezente, fein abgestimmte Kreation. Auch Traditionelleres gelingt exzellent: Das heimische Kitzbratl mit Kohlknödel zeigt, dass der Koch das Fleisch seines Tales schätzt und dieses zu veredeln weiß. Nicht nur Produkte vom Berg, sondern auch aus dem Meer finden sich auf der Speisekarte: Der Seeteufel mit gebratenem Oktopus und Tomatenrisotto mit Taggiasca-Oliven lässt keinen Zweifel, dass hier ein Koch am Werk ist, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat. Gut auch das Stracciatella-Parfait mit exotischer Vanilleespuma. Eine gute Weinkarte und ein liebevoller Service umrahmen ein kulinarisches Erlebnis.
Braunwirt Petra und Gottfried Messner
Es gehört viel Mut dazu, in Sarnthein ein Dorfgasthaus in direkter Nähe der Kirche so modern zu gestalten, wie es die Messners getan haben. Doch vieler Unkenrufe zum Trotz wird hier seit Jahren erfolgreich neue Küche in einem kleinen, stilvoll gestalteten Raum serviert. Im Sommer sitzen die Gäste in einem gemütlichen, ruhigen Garten. Ein überschaubarer Mix aus Berg und Meer bestimmt die Menükarte. Die Spaghetti mit Venus- und Miesmuscheln wurden mit frischen Tomaten verfeinert und gut gewürzt. Die Jakobsmuschel war etwas zu durch und daher zu trocken geraten und außerdem mit einer geschmacklosen, somit überflüssigen Espuma zugedeckt. Denselben Schaum kredenzte uns die Küche dann zum Seeteufelmedaillon. Das saftige Entrecôte war auf einen sehr fein marinierten mediterranen Salat gebettet. Eine einfache, aber höchst gelungene Kombination. Mit den Marillenknödeln zeigte die Küchenriege nochmals, dass sie nicht ganz von der Routine eingeholt wurde. Gelungene Teigkonsistenz, harmonisches Süße-Säure-Spiel, wenngleich das Ganze auch diesmal und schon wieder von einem Schaum begleitet wurde. Die Catalana-Espuma hatte aber zumindest Eigengeschmack. Gute, aber ausbaufähige Weinkarte.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Kommentare werden geladen...