Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Das Sarntal ist eine Gourmet-Gegend, denn gleich drei Restaurants setzen in diesem abgeschiedenen Seitental auf Kreativität und Genuss. Der Braunwirt im Hauptdorf Sarnthein ist ein modernes, freundliches Restaurant, in dem schöpferischer Ehrgeiz angesagt ist. Gelungenes Beispiel dafür ist der in Ciabatta-Brot gebratene Bachsaibling mit Fenchel – eine dezente, fein abgestimmte Kreation. Auch Traditionelleres gelingt exzellent: Das heimische Kitzbratl mit Kohlknödel zeigt, dass der Koch das Fleisch seines Tales schätzt und dieses zu veredeln weiß. Nicht nur Produkte vom Berg, sondern auch aus dem Meer finden sich auf der Speisekarte: Der Seeteufel mit gebratenem Oktopus und Tomatenrisotto mit Taggiasca-Oliven lässt keinen Zweifel, dass hier ein Koch am Werk ist, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat. Gut auch das Stracciatella-Parfait mit exotischer Vanilleespuma. Eine gute Weinkarte und ein liebevoller Service umrahmen ein kulinarisches Erlebnis.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Im Herzen von Sarnthein am Kirchplatz findet man den Braunwirt, ein mutiges, modernes Lokal, das sich dank der Passion und Sympathie von Gottfried und Petra Messner seit Eröffnung im Mai 2006 für Einheimische und Gäste zu einem festen kulinarischen Treffpunkt entwickelt hat. Die Karte präsentiert sich übersichtlich und vielseitig, auch Spuren asiatischer Küche finden ihren Platz. Wir begannen mit einer Fenchelschaumsuppe mit Räucherlachs und Kresse (Letztere originell als Beilage serviert) und Rosmarin-Gnocchi mit Spargel und Kalbsragout. Die Fenchelnote der Suppe hätte etwas deutlicher sein können, die hausgemachten Gnocchi bildeten eine wunderbare Basis für den fein geschnittenen Spargel und das herzhafte Kalbsragout. Bei den Hauptspeisen prüften wir den Braunwirt-Kontrast: Gegrilltes vom Fisch in roter Thaicurrysauce mit Jasminreis contra einheimisches Lamm mit Wirsingknödel. Die Kombination aus Seeteufel, Goldbrasse und Garnelen machte Sinn, einzig der Lachs wirkte im Thaicurry etwas deplatziert – insgesamt für uns aber ein gelungenes Fischgericht. Das zarte Lamm wurde uns im „Pfandl“ mit Saft serviert – die Kombination mit Wirsingknödel, Karotten und feinen Kartoffeln gelang perfekt. Der große Wurf Gottfried Messners fand sich jedoch am Ende des Menüs in Form der Desserts: Der Topfenschmarren neben hausgemachtem Rhabarberragout war leicht und köstlich, die dünne Schoko-Passionsfrucht-Tarte kombiniert mit der angenehmen Kühle des Limettensorbets erinnerte an die hohe Kunst der Pariser Patisserie.

2009
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Der Braunwirt ist ein sympathischer Betrieb mitten im Dorfzentrum von Sarnthein. Trotz seiner feinen Atmosphäre treffen sich im Vorraum auch noch die Einheimischen, um ein Glas Wein miteinander zu trinken, was den Betrieb umso sympathischer macht und die einstige Tradition des Dorftreffpunktes aufrecht erhält. Als schöner Kontrast dazu belebt moderne Kunst die Wände des Restaurants. Die Küche bevorzugt eine mediterrane Linie und hat sich von den Wurzeln der bäuerlichen Küche bewusst entfernt. Die Bandnudeln mit Lachs bewiesen die Vorliebe für den Süden des Chefkochs und Hausherren, das Perlhuhn auf Rosmarinrisotto und Glace zeigte ein Händchen für Leichtes. Die Karte ist übersichtlich und Vertrauen erweckend und überhaupt muss der Hausherr Fisch lieben, denn der ist in der Karte stark vertreten. Das Dessert, eine geeiste Schokoladenspitze mit Kokos und Ananassüppchen, hätte mehr Feinheit und Ausprägung der einzelnen Zutaten vertragen. Die Weinkarte ist überschaubar und offeriert hauptsächlich Südtirol.

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Braunwirt Petra und Gottfried Messner

Es gehört viel Mut dazu, in Sarnthein ein Dorfgasthaus in direkter Nähe der Kirche so modern zu gestalten, wie es die Messners getan haben. Doch vieler Unkenrufe zum Trotz wird hier seit Jahren erfolgreich neue Küche in einem kleinen, stilvoll gestalteten Raum serviert. Im Sommer sitzen die Gäste in einem gemütlichen, ruhigen Garten. Ein überschaubarer Mix aus Berg und Meer bestimmt die Menükarte. Die Spaghetti mit Venus- und Miesmuscheln wurden mit frischen Tomaten verfeinert und gut gewürzt. Die Jakobsmuschel war etwas zu durch und daher zu trocken geraten und außerdem mit einer geschmacklosen, somit überflüssigen Espuma zugedeckt. Denselben Schaum kredenzte uns die Küche dann zum Seeteufelmedaillon. Das saftige Entrecôte war auf einen sehr fein marinierten mediterranen Salat gebettet. Eine einfache, aber höchst gelungene Kombination. Mit den Marillenknödeln zeigte die Küchenriege nochmals, dass sie nicht ganz von der Routine eingeholt wurde. Gelungene Teigkonsistenz, harmonisches Süße-Säure-Spiel, wenngleich das Ganze auch diesmal und schon wieder von einem Schaum begleitet wurde. Die Catalana-Espuma hatte aber zumindest Eigengeschmack. Gute, aber ausbaufähige Weinkarte.

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