Detailansicht 2012

2011
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Das Pächterpaar Claudia Pitscheider und Stefan Unterkircher ist schon seit mehreren Jahren im Renaissance-Ansitz Castel Ringberg tätig. Aber so wunderbar leicht, präzise und treffsicher in den Aromen haben wir ihre Küche noch nie erlebt. Das Zusammentreffen von Tradition und Moderne, Südtirol, Italien und asiatischen Nuancen im Küchenstil überzeugte und offenbarte sich in einer karamellisierten Panna cotta vom Ziegenfrischkäse, leicht und locker, mit gekonntem Süße-Säure-Spiel. Ein wahrer Genuss waren die Kamutbandnudeln mit Bergthymian und Lammragout. Bewusst neue Aromen wurden beim Südtiroler Klassiker Rindswangelen mit Bergheu und Holler behutsam eingebaut; die grünen und weißen Spätzle waren in Butter gewendet. Obwohl die Karte keine Überraschungen gegenüber den Vorjahren aufwies, erschienen uns die Gerichte geschliffener, durchdachter, stimmiger. Das Dessert – doch dies ist keine Überraschung, ist doch die Pächterin gelernte Konditormeisterin – mundete: Die Crème brûlée mit Erdbeeren und Maracuja-Sorbet erwies sich als leicht und erfrischend. Die Weinkarte ist gut sortiert, die Weine der Besitzerfamilie Walch immer einen Versuch wert.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Castel Ringberg ist ein kulinarisches Gesamterlebnis: Mittags wird bei Sonnenschein auf der Terrasse mit Blick auf den Kalterersee leger und locker gegessen, abends in schönen, stilvollen Sälen getafelt, nachmittags guter Kaffee und Kuchen genossen. Kulinarisch bewegen sich die Pächter zwischen moderner Tradition, mediterraner Leichtigkeit und asiatischen Nuancen. Das Zusammenspiel funktioniert und die handwerkliche Akkuratesse überzeugt. Die lockere Schaumsuppe von der Kresse mit kurz gebratenem Kaninchen-Burger und Vanille-Öl war vorzüglich dosiert, lediglich das Fleisch vielleicht doch etwas zu kurz angebraten. Ein wahrer Genuss waren die butterweich, zart-saftig geschmorten Kalbswangen, die auf sorgsam gebratenen Speckknödelscheiben und weich gedünstetem Frühkraut lagen. Das Holunderjus bildete in diesem Hauptgericht den süßlich-angenehmen Kontrapunkt. Ein leicht schaumiges, in sich stimmiges und zeitgleich originelles Dessert war die Piña colada, serviert im Glas, mit Ananasscheiben, Sorbet der Ananas und obendrauf eine Kokos-Espuma. Die Weinkarte ist gut strukturiert, und natürlich dürfen die Weine der Besitzerfamilie Walch nicht fehlen.

2009
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


In stilvollen Sälen und auf der Panoramaterrasse mit Blick auf den Kalterer See bietet das Restaurant Ringberg eine vielseitige Auswahl an mediterranen Gerichten, denen der Chef mit souveränem Handwerk und viel Kreativität feine asiatische Akzente verleiht. Bereits der Gruß aus der Küche gab einen ersten Eindruck vom Koch und seinem Können: Spargelmousse mit luftgetrocknetem Speck und Olivenpaste. Es folgten weitere, teilweise mutige Kreationen: Zum luftig-leichten Spargelcapuccino in der Glastasse wurden fantastische Profiteroles mit delikater Bozner Sauce serviert. Wunderbar zart war der gebratene Octopus "mediterranean style" mit getrockneten Tomaten, Basilikum und Taggiasche-Oliven, leider aber etwas zu stark gesalzen, die Focaccia-Chips zu ölig, fraglich auch die Kombination mit dem Knoblauch-Aioli. Hervorragend das Curry Tempura von Garnelen und Pak Choi. Das Steak vom geangelten Thunfisch war ausgezeichnet, wenngleich Olivenpaté und Lardomantel geschmacklich etwas dominierten. Das süsse Finale bildete ein lockeres Rhabarber-Topfentörtchen mit Vanillemilchgelee, marnierten Erdbeeren und Holundersorbet.

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Castel Ringberg Stefan Unterkircher und Claudia Pitscheider

Castel Ringberg ist ein Kleinod – wegen seines lieblichen architektonischen Erbes, aber vor allem aus kulinarischer Sicht. Das Mittelmeer und Südtirol, aber auch Asien treffen hier auf intelligente, wohl durchdachte Art und Weise zusammen. Die Eröffnung der Speisenfolge mit der Terrine von der Stopfleber mit Kirschen, Karamell und glacierter Wachtelbrust war eine im wahrsten Sinne süße Wucht, die trotzdem bis zum letzten Bissen nie aufdringlich wirkte. Dass man aus „einfachen“ Zutaten auch Meisterliches kochen kann, bewies der Cappuccino von neuen Kartoffeln mit Kresseschaum, Croissants, Lammschinken und Birnensenf. In diesem Gericht bestätigte sich die zweite Maxime des Hauses: Wann immer möglich, auf außerordentliche, regionale Produkte zurückzugreifen (wie hier mit dem Lammschinken vom Brillenschaf aus dem Villnösser Tal). Eindrucksvoll bleiben die beiden Hauptgerichte in Erinnerung. Handwerkliche Präzision und durchaus überraschende Einfälle bewiesen die butterweiche Lammschulter vom Villnösser Brillenschaf mit Püree von eingelegten Zwetschgen, Mohn-Topfenknödel und weißer Zwiebel-Konfitüre. Bei diesem Gericht ist dem Koch eine exquisite Reise in nordafrikanische Länder gelungen, in denen seit jeher lange und langsam geschmortes Lamm mit süßen Früchten kombiniert wird. Von meisterlicher Treffsicherheit erwies sich auch die gebratene Perlhuhnbrust mit Ahrntaler Bergkäse, Frühkraut und Thymian-Schupfnudeln. Fazit: Castel Ringberg mit den Gastgebern Stefan Unterkircher und Claudia Pitscheider ist mittlerweile zu jenen Restaurants in Südtirol avanciert, auf die man sich uneingeschränkt freuen kann.

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