Das Cappella hat einen Glücksgriff getan, denn mit Albin Widmann (der übrigens in jungen Jahren schon einmal hier kochte) ist hier einer am Werk, der sich auf zwei hehre Prinzipien im Kochen konzentriert – klare Aromen und Leichtigkeit. So wird beispielsweise die zart schmelzende gebratene Gänseleber durch die Süße eines glasierten Golden Delicious und des Portweinjus geschmacklich unterstützt und gehoben. Ein Paradebeispiel souveräner Aromen waren die gebratenen Jakobsmuscheln mit cremigem Lauchpüree, exotisch würziger, exzellenter Currysauce und milden Karottenstäbchen. Noch eine besondere Anmerkung zu den Desserts: Wenn viele Patissiers durch plumpe Süße verführen und damit auch beim Gast punkten, braucht es eine gehörige Portion Selbstsicherheit beim Einsetzen dezenterer Noten in dieser Sparte. Und gerade deshalb ist die geeiste Mascarpone-Buttermilch-Mousse auf Erdbeergelee und Ananas-Mango-Würfeln so lobenswert. Das Weinbuch liest sich wie eine Enzyklopädie, auch Raritäten finden sich da. Der Service agiert höchst professionell, Seniorchefin Renate Pizzinini kommt persönlich an die Tische, um sich vom Wohlergehen der Gäste zu überzeugen. Gegessen wird in dem seit Kurzem rundum renovierten Speisesaal oder in der kleinen gemütlichen Luis-Trenker-Stube.
Die noblen und völlig individuell eingerichteten Zimmer und Suiten des Arthotel Cappella bieten für jeden Gusto etwas. Von Biedermeier über Jugendstil bis hin zur archaischen ladinischen Bauernarchitektur und zum postmodernen Zeitgeist vereint das Haus alles, was in den vergangenen Jahren an Südtiroler Luxus kreiert wurde. Dem Namen Arthotel möchte die Familie Pizzinini auf Schritt und Tritt gerecht werden und schießt mitunter übers Ziel hinaus, wenngleich sie auch für die Exponate bekannter Künstler verantwortlich zeichnet. Der Wellnessbereich ist hochklassig, so wie auch der Rest des Cappella.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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