Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Schon lange hat sich der Oberwirt einen treuen Kundenstock aus nah und fern erobert, dem es vor allem wichtig ist, sich auf eine feine Hotelküche verlassen zu können, die niemals große Abstürze befürchten lässt. Werner Seidner ist ein solider Handwerker, der manchmal mit Ausflügen in die Weltküche aufhorchen lässt, etwa wenn er Rindsfilet und Gänseleber zur Lasagnette liiert oder wenn er Yellow-Fin-Thunfisch mit süß-saurer Mango-Chili-Sauce mariniert. Besser beraten ist der Gast allerdings, wenn er sich etwa auf eine veritable Fiorentina einlässt, die hier noch original vom Chianina-Rind angeboten wird. Unsere Hummersuppe war banal bis geschmacksneutral, während der Klassiker aus der Tiroler Küche, nämlich die geschmorten Kalbsbacken, delikat nach Wurzelgemüse und Rotwein schmeckten. Außerdem waren sie so zart, dass man sie mit der Gabel zerteilen konnte. Erdäpfelrösti und Erdäpfelnudeln sind ein deutliches Indiz dafür, dass hier auf ein akkurates Beilagen-Handwerk gesetzt wird. Es gibt nicht viele Südtiroler Hotels, die eine so gut bestückte Weinkarte vorweisen können. Deren regionales Angebot ist mustergültig, beinahe schon flächendeckend.

Die urkundliche Erstnennung dieses großen Hauses geht auf das Jahr 1496 zurück, seitdem ist natürlich ziemlich viel daran weiter- und umgebaut worden. Im Laufe der Jahre ist aus dem Postkutschen-Gasthaus ein ruhiges Hotel für anspruchsvolle Gäste geworden, die sich hier massieren, salben und aufwändig pflegen lassen wollen. Man kann sich auch eine Schönheits-Spezialbehandlung im altrömischen Stil angedeihen lassen.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Seit jeher ist im Oberwirt Romantik angesagt. Dementsprechend essen Restaurantgäste auch nicht in einem großen Speisesaal, sondern in mehreren kleinen Stuben. Die Küche sucht stets das Besondere und versucht, sich auch weit über dem üblichen Angebot zu bewegen. So erschien der Thunfisch mit Mangoschnitten und Currylinsen japanisch bei Tisch in Form eines Sashimi mit Wasabi und Ingwer. Die gebratene Gänsestopfleber mit Apfelpüree und Brioche war punktgenau gebraten. Zwei Fleischgerichte bewiesen, dass die Küche das traditionelle Repertoire, aber auch jenes der Hochküche beherrscht. Die gut durchgebratenen Lammkoteletts in Schüttelbrotkruste mit Kartoffelrösti und Zucchini sowie die Hirschmedaillons auf Burgundersauce mit Sauerkirschen, Kartoffelnudeln und Selleriepüree bewiesen akkurates Handwerk. Erfreuliches Resümee: Trotz Wirtschaftskrise und Sparwahn ruht sich die Küche nicht aus und setzt spannende, teilweise neu interpretierte Gerichte auf die Karte. Der Service macht seine Sache gewohnt professionell.

2009
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Das Restaurant des Romantikhotels ist elegant, aber keineswegs steif und die geschmackvoll eingerichteten Stuben strahlen Behaglichkeit aus, keine Schwere. Bei schönem Wetter wird auch im Garten serviert. Eine vielseitige und fortlaufend wechselnde Speisekarte bietet neben dem Romantikmenü regionale und mediterrane Gerichte, Experimente halten sich im Rahmen. Bereits die Vorspeisen beweisen, dass der Chef sicher abschmeckt, handwerklich solide arbeitet und stimmige Kombinationen hinbekommt. Das sämige Bärlauchrisotto mit sautierter Garnele erfreute uns ebenso wie das gratinierte Spargeltörtchen mit Wachtelbrust und Kresseschaum. Zart und auf den Punkt gebraten war das Kalbsfilet, begleitet von ausgezeichnetem Spargel. Von sehr guter Qualität war auch das Kalbswangerl, das Kartoffelpüree und der Brokkoli waren vielleicht etwas altmodisch zubereitet. Achtbare Weinkarte, die neben Eigenbauweinen auch Gutes aus aller Welt listet.

Gäste erleben im Romantikhotel Oberwirt aufrichtige Gastfreundschaft. Bereits beim kaiserlichen Frühstück verrät die Seele des Hauses, Mutti Martha, willkommene Wander- und Einkaufstipps. Die Zimmer sind liebevoll und mit natürlichen Materialien eingerichtet. Die Amadea Beautyresidenz bietet Saunen, Fitnessraum, Frei- und Hallenbad. In der Nähe des Hotels befinden sich das Südtiroler Tennis Camp, Golf- und Reitplätze (eigene Haflingerzucht).

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Oberwirt Josef Waldner

Sepp Waldner ist nicht nur ein Pferdenarr. Auch als Wirt und Hotelier hat er stets die Zügel fest im Griff. So kommt es, dass die gesamte Mitarbeiterriege auffällig gut geschult und wenig Personalwechsel zu verzeichnen ist. So leitet beispielsweise Werner Seidner seit mindestens zwei Jahrzehnten die Geschicke der Küche. Das bringt nicht nur Vorteile mit sich. Eine gewisse Routine hat sich wohl auch eingeschlichen. Ausgesprochen kreative Angebote kann man hier nicht finden, wenngleich alles mit einer gewissen Akkuratesse bereitet wird. Die Variation von der Gänsestopfleber mit Birnenmousse war geschmacklich fein abgestimmt – mit dem warmen Briochebrot wurde leider gegeizt. Fruchtig frisch mundete das Karotten-Zitronengras-Süppchen. Auch die darin servierte Jakobsmuschel war à point gegart. Die Spaghettini Oberwirt schmeckten leider weder nach Chili noch nach Knoblauch, wie angekündigt, und wurden überflüssigerweise noch mit Obers gestreckt. Das Tatar wurde nach allen Regeln der Kunst am Tisch angerichtet. Die Weinkarte erfüllt sämtliche Wünsche, ist allerdings leicht überteuert. Der Oberwirt hat mehrere gemütliche Stuben zur Verfügung und einen großen, ruhigen Garten.

Romantik Hotel

Im Lauf der Jahre wurde das Romantikhotel sukzessive erweitert und erneuert. Auch wenn das Haus stilistisch eindeutig dem Alpenbarock zuzuordnen ist – mit zahlreichen Türmchen und sogar einem „goldenen Dachl" – wählte man intern einen eindeutig eleganteren Stil. Großzügige Suiten mit zeitlosem Interieur, gemütliche Doppelzimmer mit viel Holz - für jeden Gusto ist etwas Adäquates zu finden. Der Wellnessbereich ist gut eingerichtet. Großes Freiluftbecken und ebenso übersichtliches Hallenbad.

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