Schon lange hat sich der Oberwirt einen treuen Kundenstock aus nah und fern erobert, dem es vor allem wichtig ist, sich auf eine feine Hotelküche verlassen zu können, die niemals große Abstürze befürchten lässt. Werner Seidner ist ein solider Handwerker, der manchmal mit Ausflügen in die Weltküche aufhorchen lässt, etwa wenn er Rindsfilet und Gänseleber zur Lasagnette liiert oder wenn er Yellow-Fin-Thunfisch mit süß-saurer Mango-Chili-Sauce mariniert. Besser beraten ist der Gast allerdings, wenn er sich etwa auf eine veritable Fiorentina einlässt, die hier noch original vom Chianina-Rind angeboten wird. Unsere Hummersuppe war banal bis geschmacksneutral, während der Klassiker aus der Tiroler Küche, nämlich die geschmorten Kalbsbacken, delikat nach Wurzelgemüse und Rotwein schmeckten. Außerdem waren sie so zart, dass man sie mit der Gabel zerteilen konnte. Erdäpfelrösti und Erdäpfelnudeln sind ein deutliches Indiz dafür, dass hier auf ein akkurates Beilagen-Handwerk gesetzt wird. Es gibt nicht viele Südtiroler Hotels, die eine so gut bestückte Weinkarte vorweisen können. Deren regionales Angebot ist mustergültig, beinahe schon flächendeckend.
Die urkundliche Erstnennung dieses großen Hauses geht auf das Jahr 1496 zurück, seitdem ist natürlich ziemlich viel daran weiter- und umgebaut worden. Im Laufe der Jahre ist aus dem Postkutschen-Gasthaus ein ruhiges Hotel für anspruchsvolle Gäste geworden, die sich hier massieren, salben und aufwändig pflegen lassen wollen. Man kann sich auch eine Schönheits-Spezialbehandlung im altrömischen Stil angedeihen lassen.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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