Das Restaurant führt zu Ehren des mittelalterlichen Sängers, Dichters und Komponisten Oswald von Wolkenstein schlicht und einfach den Namen Wolkenstein. Hätte es dem Lebemann gefallen? Da er den Freuden des Lebens nie abgeneigt war, wohl sehr. Das angenehme Ambiente mit den schweren, gemütlichen Polstersesseln lässt auf einen genussvollen Abend hoffen, die Küche (übrigens eine Schauküche) trägt ihr Möglichstes dazu bei. Hervorragend in Konsistenz, Abstimmung und Geschmack waren die Ravioli vom Milchkalb mit Morcheln, Spargelsalat und Trüffeln. Einen Durchhänger leistete sich die Küche allerdings beim Fleischgang, der als eintönig und in der Zubereitung nur knapp überdurchschnittlich eingestuft werden muss. Dies traf sowohl auf das Rindsfiletsteak mit roten Weintrauben, Brunello-Jus, Erdäpfelpüree und Frühlingszwiebeln als auch das Allerlei vom Lamm zu. Beide Fleischgerichte kamen zudem mit der gleichen Gemüsegarnitur auf den Tisch, auch das nicht unbedingt Ausdruck für eine übermäßige Anstrengung der Küchencrew. Außerordentlich dann bei den Topfen-Nougat-Knödeln mit Kokos-Sauerrahm-Eis und roten Pampelmusen wieder die Leistung in der Sparte Süßes. Die Weinkarte konnte überzeugen, der Service entsprach nicht immer unseren Erwartungen; mag sein, dass die Tatsache, dass 2010 fieberhaft nach einem neuen Hotelbesitzer gesucht wurde, auf die Leistung des Restaurantteams gedrückt hat.
Wolkenstein Dir. Michael Fuchs
Hinter dem großen und etwas unpersönlichen Speisesaal des Meraner Kurhotels befindet sich das Restaurant Wolkenstein mit einer deutlich behaglicheren Atmosphäre und mit Blick auf den gepflegten Thermenpark. Die Speisekarte mit regional mediterranen Gerichten ist eher klein gehalten, bietet aber für jeden Geschmack etwas, der Service ist bemüht, die Wünsche seiner Gäste so gut wie möglich zu erfüllen. Viel versprechend klang der Cocktail mit Krustentieren und Spargel – schade nur, dass der ausgezeichnete Rohstoff von der patzigen Mayonnaise übertönt wurde. Die Nudeln in milder Paprikasauce mit Hummerconcassé gerieten etwas langweilig, und man hatte Schwierigkeiten, die Meeresfrucht überhaupt ausfindig zu machen. Viel besser schmeckte der im Ofen gebratene Wolfsbarsch mit Kräutern, Kartoffeln und buntem, aber langweiligem Gemüse, das leider an Kantinenessen erinnerte. Da hatte das Bourbon-Vanille-Pfeffer-Eis mit flambierten Erdbeeren deutlich mehr Pfiff.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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