Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Michael Nährers verspielter Geschmack, der bereits in zahlreichen berühmten Küchen Einsatz fand, ist Gold wert. Der erst 30-Jährige kann auf eine reiche Erfahrung zurückgreifen – u. a. Praktikum bei Ferran Adrià, Souschef im Landhaus Bacher, Chef de Partie im Meinl am Graben, Taubenkobel und Barbaro. Und dann sitzt man hier in einem ländlichen Gasthaus ohne viel Brimborium, während jeder Gang immer feinere Aromenspiele bietet. Wer à la carte langweilig findet, der kann sich ein mehrgängiges Überraschungsmenü vom Meister selbst zubereiten lassen. Als Auftakt bot sich uns mit einem Gruß aus der Küche gebeizte Lachsforelle mit Gurkenschaum und Borretschblüten. Bravo! Als Vorspeise feinste marinierte Rindsscheiben mit Senfsauce und Rettichsalat, diesen folgte eine Frozen Caipirinha zur Entspannung. Bevor wir allerdings zu relaxed wurden, kam ein Highlight: rosa gebratenes Beiried sowie geschmorte Kalbswangerln, dazu eine grandiose Cremepolenta und Ratatouille. Alles wunderbar und mit viel Liebe, Geschick und Können zubereitet. Das alles gibt es übrigens zu Preisen, dass einem fast die Tränen kommen könnten – vor Glück.

2010
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Auch in der ländlichen Umgebung von St. Pölten kann man gut essen. Im kleinen Weiler Rassing bei Kapelln an der Perschling wundern sich die zufriedenen Gäste am Nebentisch, dass „der Nährer bislang in keinem Feinschmeckerführer Erwähnung fand. Zweifellos ein Mangel, der hiermit beseitigt ist. Denn was Junior Michael Nährer, der schon viel herumgekommen ist und auch am letzten Wiener Life Ball aufkochte, fabriziert, verdient eine Haube. Nährer ist ein Meister der feinen Aromen (etliche Küchenkräuter wachsen im regionstypisch umschlossenen Innenhof, in dem man bei schönem Wetter auch essen kann), sodass ein feines Petersildressing den milden Schafmilchfrischkäse mit Spargelsalat gut zur Geltung kommen ließ. Der Maibock (gebraten und geschmort) auf Selleriepüree mit knusprigen Semmelknödelstangerln und süßer Rhabarber-Holunderblüten-Sauce (zum exakt halben Preis des wenige Tage zuvor in einem Wiener Innenstadt-Restaurant verkosteten – soviel zum Preisniveau) löste bei uns Jubel aus, aber zugleich Bedauern, dass es ihn nur so kurz im Frühjahr gibt. Vollends zufrieden stellte uns auch die Nachspeise, eine subtile, geflämmte Schokoladenmousse mit Heidelbeeren.

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Nährer Michael Nährer

Wirtshäuser und Gasthöfe von der Qualität des Nährer, der seinen Standort am Rande der kleinen niederösterreichischen Gemeinde Kapelln hat, kann man eigentlich nicht oft genug besuchen. Der Service agiert selbst an hektischen Tagen freundlich, und die günstig kalkulierten Flaschenweine wären schon alleine ein Grund, hier einzukehren. Zu Beginn erfreute eine intensive Bärlauch-Cremesuppe mit Sauerrahm-Haube und ein dezent gewürztes Lachsforellentatar, das auch von der Optik her eine Augenweide war. Die Gemüseknödel besaßen eine knusprige Hülle und waren geschmacklich eine wohltuende vegetarische Alternative zum weichen Kalbsbraten und zum in Kürbispanier gebackenen Karpfen. Eine riesige Portion Somlauer Nockerln und die Rechnung sorgten endgültig für volle Mägen und zufriedene Gesichter.

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