Raucher haben's schöner. Während diesen der elegante Kuppelsaal zur Verfügung steht, müssen all jene, die ein Essen ohne blauen Dunst vorziehen, im zeltartigen Durchgangsbereich an teilweise eng beieinander stehenden Tischen Platz nehmen. Für die allabendliche volle Besetzung sorgt vor allem die Aktion „Dinner & Casino", die neben Jetons ein preisgünstiges Menü inkludiert. Dennoch gibt es auch für den seltenen À-la-carte-Gast ein ordentliches Angebot, vom Wiener Schnitzel bis zum Skipper DO & CO (bestehend aus Lachs, Seezunge, Angler und einer Crevette). Allein, an der qualitativen Umsetzung haperte es, die Haube hängt am seidenen Faden. Wenn der Lachs ziemlich fischelt, nur noch übertroffen vom intensiv-penetranten Blattspinat-Lauchgemüse, das Gericht Ziegenkäse mit Rotweinschalotten und (nicht schmeckbarem) Trüffelhonig hauptsächlich aus Vogerlsalat besteht und der grundsätzlich freundlich-höfliche, mitunter aber überlastete Service unübersehbare Lücken im Wissen über das gar nicht schlechte offene Weinangebot aufweist, sollte die DO & CO-Führung vielleicht doch mehr Augenmerk auf ihre Filiale im immer noch attraktiven Badener Casino legen. Als gelungen blieb uns die Crème brûlée vom grünen Tee mit einer Sorbet-Trilogie und frischen (teilweise) exotischen Früchten in Erinnerung, während der Kaffee eine unangenehm scharfe Note nicht verleugnen konnte und auf eine mangelhafte Einstellung der Espressomaschine schließen lässt.
DO & CO Casino Attila Dogudan/Michael Dobersberger
Für einen Tisch am Samstagabend müsse man zwei bis drei Wochen im Voraus reservieren, hieß es am Telefon, aber ausnahmsweise dürfe man um 21.30 Uhr doch noch zum Essen kommen. So ernüchternd wie der Empfang, war das, was folgte. Die Bouillabaisse, die in einem Lokal wie Do & Co eigentlich das Referenzprodukt sein sollte, war zwar von der Qualität der Produkte her einwandfrei, als Gericht aber enttäuschend, was Konsistenz, Farbe und Aroma betrifft. Was als Sauce Aioli angekündigt war, entsprach bestenfalls einer amerikanischen Cocktailsauce. Die Substanz des Gerichts – nach Originalrezept sind es an die sieben verschiedene Fischsorten – bestand aus grob gewürfeltem Fisch, einer großen Anzahl von Crevetten und ein paar Miesmuscheln in der Schale. Wäre es nicht besser gewesen, auf den Namen Bouillabaisse zu verzichten und das Gericht einfach Fischsuppe zu nennen? Die „Skipper Do & Co” genannte Fischplatte – bestehend aus irischem Lachs, Seezunge, Loup de mer und Crevetten – war schlichtweg versalzen und praktisch ungenießbar. Der Kellner bot freundlicherweise an, das Gericht gegen ein neues auszutauschen. Nachdem dies abgelehnt wurde, verzichtete er darauf, es in Rechnung zu stellen.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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