Detailansicht 2012

2011
12.5

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Eine bekannte Adresse ist der Althof in der Gegend schon seit vielen Jahren, doch mit dem neuen Küchenchef Clemens Slama hat sich die Küche nun deutlich gesteigert. Man nimmt im im etwas biederen Landhausstil gehaltenen Restaurant oder im Sommer auch auf der gemütlichen Terrasse im schönen Innenhof des Althofs Platz. Auf etwas Brot und Aufstrich warteten wir vergebens, obgleich der junge Servicemitarbeiter besonders freundlich und zuvorkommend war. Wir ließen uns zu Beginn mit knusprig gebackenem Spargel auf cremigem Erdäpfelpüree und erfrischendem Salatgurkeneis verwöhnen, das aus der überwiegend regional gehaltenen Weinkarte ausgesuchte harmonierende Glas Grüner Veltliner war nicht ganz so leicht zu bekommen. Frisch und gut abgestimmt kamen das Kabeljaufilet auf Safran-Couscous und knackig gegarte grüne Spargelspitzen auf den Tisch. Ebenfalls Freude hatten wir mit dem zarten, rosa gebratenen Kalbsrückensteak mit großartigem Solospargel und Liebstöckeltagliolini. Die gebackenen Schweinsmedaillons gerieten allerdings trocken und zäh, auch der Erdäpfelsalat dazu schmeckte nicht frisch. Zum Abschluss probierten wir den Käseteller mit Feigensenf; die geeiste Ricotta-Erdbeer-Creme mit Schokoladebiskuitroulade ist eine gute Kreation für süße Freunde. Mit etwas mehr Perfektion und Mut zu Neuem ist die Haube in Reichweite.

Behaglichkeit in modernem Landhausstil – so könnte man den Althof definieren. Einst als Burg Gründungspunkt der Stadt, wurden hier Tradition und Moderne gut verbunden. Die romantischen Innenhöfe mit Arkaden verschönern den Aufenthalt auf der Hotelterrasse im Gutshof. Die 84 Doppelzimmer, Studios, Familienzimmer, Apartments und Junior-Suiten sind geschmackvoll eingerichtet und von individueller Architektur, wahlweise mit Balkon oder Terrasse. Der Freizeitbereich mit Sauna, Dampfbad, Solarium, Whirlpool, Infrarot-Tiefenwärme und Denkarium öffnet sich in den idyllischen Burggarten. Hier erlebt man eine kleine, heile Welt, wo Ruhe und Entspannung dominieren. Neben Weinkulinarien, Degustationen, Seminaren und Feiern in den unterschiedlich großen Räumlichkeiten bieten sich auch viele Ausflugs- und Freizeitmöglichkeiten in der näheren Umgebung an.

2010
12

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Das Weinviertel ist ja nicht gerade ein Hort der Spitzengastronomie. Doch dass wir – zugegeben in der Nebensaison – im Hotelrestaurant des Althofs in Retz an einem Samstagabend nahezu die einzigen Gäste waren, verwunderte doch ein wenig. Zumal sich die Küche sichtlich bemüht und das meiste in der hierzulande gewünschten großen Menge auf den schön gedeckten Tisch kommt. Wir starteten mit einem knusprigen Sprossensalat mit pochiertem Ei, Rucola und Safrangemüse, setzten mit einem Saiblingsfilet auf kaltem Fenchel mit Erbsenpüree fort und beschlossen den Abend mit einer intensiven Schokoladentarte mit Granatapfel und Vanilleeis. Die geschmacksarme und oberslastige Sellerieschaumsuppe mit gelungenem Pesto von getrockneten Tomaten und der geschmorte Surschopf mit Erdäpfel-Lauch-Torte und Unmengen von roten Zwiebeln wiesen noch Verfeinerungspotenzial auf. Beim Wein liegt der Schwerpunkt naheliegenderweise in der Region, während der Kaffee (Illy) nach Süden entführt, durchaus passend zum freundlichen, mediterran angehauchten Landhausstil des Restaurants.

Mitten im Zentrum liegt das ehemalige Landgut Althof, vormals Burg Rezze, durch einige Zubauten ergänzt und in ein komfortables Hotel umgewandelt. Neben den Zimmern im modernen Landhausstil, teilweise mit Balkon oder Terrasse, gibt es ausgedehnte Räumlichkeiten für Feste und Seminare, dazu ein Restaurant und – im Retzer Land unverzichtbar – einen Heurigen. Hinter der unauffälligen Tür im ersten Stock mit der Aufschrift „Sauna verbirgt sich übrigens ein kleiner, angenehmer, geschmackvoll in die alten Mauern integrierter Wellness-Bereich.

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Althof

Restaurants wie jenes im Althof haben es schwer. Außer Hotelgästen verirrt sich kaum jemand hierher, obwohl der Innenhof eigentlich wunderschön ist. Wenn größere Seminare stattfinden, wird auch für bis zu hundert Gäste gekocht (für so eine hohe Anzahl war jedenfalls im angrenzenden Speisesaal aufgedeckt), ansonsten auch nur für zwei, drei Tische. Bei unserem Besuch war das Lokal fast leer, trotzdem konnte uns die Küche nicht überzeugen. Das fing schon beim Gebäck an. Eine blässliche, nicht fertig gebackene Semmel und ein steinhartes Dinkelweckerl dürfen einfach nicht sein. Zwei verlorene Blunzenradeln mit Kren auf einem riesigen warmen Kräutererdäpfelsalat vermochten unsere Stimmung auch nicht nachhaltig zu heben. Die Schupfnudeln in Käsesauce mit Paradeisern und zwei Prosciutto-Chips waren ganz ordentlich, rechtfertigen jedoch keine Haube. Brav, aber nicht mehr die Apfel-Rhabarber-Tarte. Irgendwie hat man den Eindruck, dass man hier nicht so recht weiß, wie man das Restaurant positionieren soll. Es scheint an Konzept und Führung zu mangeln. Positiv: der sehr freundliche, bemühte Kellner.

Für Retz ist das Hotel Althof ein Segen, denn man kann mitten im Stadtzentrum auf ansprechendem Niveau übernachten und bei schönem Wetter sogar den prachtvollen Innenhof genießen. Die Zimmer sind relativ nüchtern, entsprechen jedoch den Anforderungen. Der Freizeitbereich mit Sauna, Dampfbad und Whirlpool verfügt über einen Zugang zu einem separaten Innenhof, der eine wahre Ruheoase darstellt.

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