Das vom russischen Milliardär Aksel Wekselberg finanzierte und vom französischen Küchenchef Gil geleitete Restaurant in den alten Gemäuern der Weltkulturerbe-Stadt Dubrovnik war heuer unsere größte Überraschung. Zur Vorspeise servierte man uns Muscheln aus der bekannten Fischzucht in Ston mit einer Infusion von verschiedenen Kräutern, Erbsen und Safransauce sowie frischen Spargel, auf Dampf gegart, mit schwarzen istrischen Trüffeln, reifem Pecorino sowie pochiertem Ei. Als Zwischengericht erhielten wir eine Hühnersuppe mit Kardamomgeschmack sowie eine Kürbissuppe mit den Orangen des Neretva-Tals und frischem Mais. Als Hauptgericht wählten wir Rotbrasse mit Garnelen und Muscheln gefüllt, dazu Risotto und Fenchel mit Trüffel sowie ein entbeintes Lammkotelett, das 24 Stunden gegart worden war, mit geräuchertem Feta, Humus, Joghurt und Limonenmousse. Preislich sogar für kroatische Verhältnisse im Höchstsegment angesiedelt, waren die Speisen aber nicht nur auf höchstem Niveau, sondern auch von der Portionierung her überraschend üppig. Die Weinkarte ist sicherlich die beste Kroatiens, preislich allerdings stark übertrieben. Ebenfalls auf höchstem Niveau der Service, vor allem der junge Sommelier ist eine Klasse für sich. Nach diesem üppigen Essen hatte zum Abschluss nur noch ein Ananas-Sorbet Platz. Jedenfalls hat Dubrovnik nun neben der wunderbaren historischen Altstadt endlich auch wieder einen kulinarischen Glanzpunkt.
Gil’s Gilles Camilleri
Beim heurigen Besuch genossen wir im Gil’s, die großzügige Terrasse mit dem phänomenalen Blick auf die Altstadt Dubrovniks und die Insel Lokrum. In dieser exklusiven Atmosphäre entsprach diesmal auch das kulinarische Dargebotene unter der Leitung des jungen Maître Alen. Beginnend mit rohen Scampi auf Lychee-Dressing mit Meeresalgensalat, Sesamblättern mit Schokolade versüßt, Radieschenstreifen, Krokant und Teriyakisauce mit Wasabi, einer großartigen Kreation, begleitet noch von einem Beef Tatar auf Pilzsockel mit getrockneten Kapern, Limonenstaub und frischen istrischen Trüffeln. Dem folgte aus der Fischkarte ein Filet vom Stockfisch mit einer Emulsion aus Kichererbsen, Tintenfisch und rotem Paprika. Zweifellos das interessanteste Gericht in dieser Reihenfolge war aber der Petersfisch auf Lauch in Kombination mit einem Schweinsbauch vom Pata-Negra-Schwein, Artischockenstreifen auf einer Sauce von japanischem Süßwein. Grandios, wenn vielleicht schon etwas zu sehr auf der süßen Seite das Kalbsfilet, gefüllt mit Scampi, begleitet von Spargel und Pilzen, in Portwein gegart und von einer Kürbis-Karotten-Creme mit Vanille begleitet. Das Restaurant gehört zwar zu den teuersten Kroatiens, die Preise sind aber für die Leistung, die hier erbracht wird, durchaus angemessen.
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
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