Detailansicht 2012

2011
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Das Restaurant des Ende 2008 mitten im Stadtzentrum eröffneten Hotels verfügt über ein großes Atout: den weitläufigen, begrünten Innenhof mit plätscherndem Brunnen und Schatten spendenden Bäumen. Dazu passt die leichte mediterrane Küche mit Fisch und Fleisch vom Grill, Salaten, leichten Suppen und Pastagerichten. Der Rucola mit King Prawns hätte durchaus überzeugen können. Zu dem herben Aroma ergaben die süß-säuerlichen eingelegten Cocktailtomaten und der frisch gehobelte Parmesan einen angenehmen Kontrast. Doch leider war der Salat hart, fast holzig. Die Marinade fehlte fast gänzlich bzw. war angesichts der großen Menge an Grünzeug kaum mehr wahrnehmbar. Bei Hov?zí sví?ková, einer Empfehlung des jungen, kompetenten Kellners, handelte es sich um eine neu interpretierte Spezialität der tschechischen Küche: Rindssteak in fein passierter und mit Obers verfeinerter Wurzelwerksauce. (Dass der Kellner nicht danach fragte, ob man das Fleisch medium oder durchgebraten haben möchte, darf einen nicht wundern, das ist in Prag nicht üblich.) Die Semmelknödel dazu zeigten einen modischen Zuschnitt, die Preiselbeeren kamen als eingelegte Früchte, nicht als Marmelade auf den Tisch. Auch mit dem fruchtig-leichten Dessert – Erdbeer-Panna-cotta auf Windbäckerei – gelang der Küche die Neuinterpretation eines Klassikers. Nichts auszusetzen gab es auch an der Weinempfehlung – einem Rizling Laski (Rheinriesling) vom Weingut Mikrosvín in Mikulov (Südmähren), angenehm fruchtig nach grünem Apfel duftend und elegant im Abgang.

2010
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Marek Fichtners internationale Küche mit böhmischen und molekularen Akzenten wird auf Höchstniveau zelebriert. Fichtner ist ein großer Fan von Regionalität, was sich naturgemäß äußerst positiv auf die Produktqualität auswirkt. Einleitend präsentierte man uns ein superbes Trio von leichten, sommerlichen Süppchen. Ein mehr als souveränes Gazpacho, assistiert von einem knackigen Roggenchip, herrlich minz-intensive, geeiste Gurkensuppe und eine molekulare Paradeiser-Essenz mit explosiven Basilikum-Perlen. Wie der Restaurantname vorausschickt, werden hier Grillspezialitäten aufgetischt, deshalb wählten wir die Lende vom schwarzen Ibérico-Schwein mit intensivem Karottenpüree, toller Ofenkartoffel und glasiertem Saisongemüse. Glorreiche Zubereitung in der Tat, die Begeisterung hervorrief. Zu den Grillgerichten ist die Beilage übrigens frei wählbar. Die frischen Erdbeeren „Romanoff“ mit Vanilleeiscreme hatten zwar ihren erfrischenden Effekt, als Krönung des Menüs waren sie jedenfalls nicht zu sehen. Der Kaffee war dagegen fantastisch, die Petit fours ebenfalls, bei der Wahl eines Menüs sind sie im Preis inkludiert. Bei Schönwetter ist der schattige, ruhige Garten sehr zu empfehlen.

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Le Grill

In Prag wirklich auf hohem Niveau zu essen, ist noch immer kein leichtes Unterfangen. Eine der wenigen Top-Adressen findet man im Le Grill im Kempinski. Hier stimmt fast alles. Nach einem Glas tschechischen Sekts begeisterte heuer zunächst ein Hummercarpaccio mit einem Tatar von rohen Jakobsmuscheln, das durch fein gehackten Schnittlauch und reichlich Keta-Kaviar ergänzt wurde. Die folgende Cremesuppe schmeckte intensiv nach Tomaten, und die um eine Spur zu resch angebratene Gänseleber wurde durch karamellisierte Kumquats ideal ergänzt. Das rosa gebratene Rinderfilet mit sautierten Artischockenherzen war zwar kein kreativer Höhepunkt, aber perfekt zubereitet. Beim Schokoladesavarin hätte sich die Küche etwas mehr Zeit lassen sollen, er war noch nicht ganz durch. Schade, denn das Dessert hätte dem Ganzen die Krone aufsetzen können.

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