Schwäne schwimmen neben den blütenweiß gedeckten Tischen vorbei, die Sightseeing-Boote schaukeln unter den Bögen der Karlsbrücke hindurch, die Lampen tragen Flügel und stammen von dem deutschen Designer Ingo Maurer. So viel zum Ambiente des wohl trendigsten Restaurants in Prag. Was die Küche betrifft, so versucht man mit Luxusprodukten wie Austern, Hummer, King Prawns, Foie gras und schwarzen Trüffeln den gastronomischen Wünschen einer internationalen Klientel gerecht zu werden. Manche Gerichte wie Thunfischtatar mit Austernsülze, Passionsfrucht, Seeigelroggen und Essiggurken mögen dabei zumindest für Mitteleuropäer befremdlich wirken. Der mit Olivenöl pochierte Heilbutt war sowohl von der Garzeit als auch von der Würzung her richtig zubereitet und schmeckte gut. Was man von den Scheiben schwarzer Trüffeln nicht sagen konnte, sie wirkten, als wären sie aus Kunststoff. Dass die gesamte Komposition – vom Fisch über das Püree bis hin zur Gemüseespuma – den gleichen Farbton aufwies, wirkte wenig animierend. Das Gratin von der Himbeere zum Dessert kam offenbar aus der Mikrowelle. Es war an manchen Stellen mehr, an anderen weniger warm. Trotzdem: Die Bemühungen um Qualität sind unverkennbar. Gemessen an der außergewöhnlichen Lage könnte die Küche viel nachlässiger beziehungsweise beliebiger sein.
Kampa Park Mag. Nils H. Jebens
Die Lage macht dieses Lokal zum begehrtesten gastronomischen Ausflugsziel der Stadt. Man sitzt direkt am Ufer der Moldau und hat gleichzeitig die vorbeiziehenden Boote, die Karlsbrücke und die rechtsufrige Altstadt im Blickfeld. Die handwerklich solide Küche hat sich der Internationalität und der Schmackhaftigkeit verschrieben. So war der Rindfleisch-Rucola-Salat würzig, die Parmesanspäne aber kaum registrierbar. Die sämige Suppe von grünen Erbsen hatte Pfiff. Lachsforelle und Walnuss-Glacé bildeten eine interessante Kombination, passend begleitet von gebratenem Lauch und Baby-Erdäpfeln. Das Entrecôte vom Rind war präzise medium gebraten, untermalt von einer kräftigen Sauce Café de Paris, flankiert von glacierten Karotten und zart angerösteten Erdäpfeln. Zurückhaltend schmeckte die Joghurt-Panna-cotta, marinierten Erdbeeren und frische Minze peppten das Dessert aber auf. Der Service gab sich locker und gelassen. Ins Auge stach uns noch die Weinkarte mit 130 primär internationalen Positionen, wobei mittlerweile auch die tschechischen Weine einen Versuch wert sind.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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