Das Allegro ist ein edler Ort, also fangen wir einmal bei den schönen Künsten an: Einst holte Rudolf II. den Maler Giuseppe Arcimboldo nach Prag, sodann einen Edelsteinschleifer namens Miseroni und dann den Bildhauer Abondio. Jene prägten das Stadtbild und verliehen ihm Glanz und Glorie. Eine Weltstadt eben. Schön, dass hier ein toskanischer Chef den Laden schmeißt. Andrea Accordi konnte die hohen und über Tschechiens Grenzen hinausstrahlenden Bewertungen des Vorjahres halten und das zu Recht. Bei unserem Besuch kamen die Antipasti souverän auf den Tisch. Die Maccheroni strappati waren herrliche Pappardelle mit hausgemachter Kalbswurst, sautierten Eierschwammerln, Artischocken und Minze, auch der gemischte Salat mit Büffelmozzarella, Artischocken und Pistazien gefiel. Sowohl Tender- als auch Sirloin vom Chianinarind waren traumhaft und wurden mit sorgfältig zubereiteten gefüllten Zucchiniblüten, Karotten, Artischocken und einer kross gebratenen Tomate serviert. Bevor wir uns entschlossen, trotz des Regens einen Spaziergang zu machen, brachte man uns zweierlei Desserts: einen sehr guten Schokoladekuchen mit Meersalz-Eiscreme und eine Baba im Design des Lokals. Sehr fein. Der Service ist gut in Form, hier fühlt man sich wohl.
Allegro Tomás Arnold
Der Venezianer Andrea Accordi mit seinem seit Jahren unveränderten Team hat sich an die Spitze der Stadt gekocht. In dem noblen Salon mit entzückenden Blumenarrangements bringt er eine hochmoderne italienische Küche mit dezenten böhmischen Anklängen auf den Teller. Er ist hochkreativ und wagt mutige Kombinationen, die enorme Präzision der Gerichte ist bestechend. Das würzige Thunfisch-Tatar zerging auf der Zunge, die gegrillte Version war spannend abgestimmt mit frischen Kräutern und fast rohen Zwiebeln. Eine ultramoderne Form der Fagottini amatriciana folgte; Speck und Tomatenkompott waren in die Pasta integriert, die Burrata in Saucenform rundete das Gericht ab. Der punktgenau kross gebratene Wolfsbarsch gewann durch das Zusammenspiel mit Babytintenfisch, Artischockenchips und süßlichem Tomatenchutney. Das Kitz wurde fantasievoll in den drei Zubereitungsarten geschmort, gebraten und am Knochen aufgetischt. Das Cioccolato Amedei war wunderschön geschichtet, die süßen und bitteren Aromen fein abgestimmt. Der Service agierte makellos. Die hohe Qualität hat allerdings ihren Preis, vor allem sind die Weine ausladend kalkuliert.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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