Eines der wenigen Restaurants auf der Váci utca (der schönsten und bekanntesten Fußgängerzone Budapests), das keine Touristenfalle ist. Küchenchef István Pesti bietet kreative, farbenfroh zusammengestellte Gerichte mit ungarischem Einschlag. Als beeindruckend erwies sich die klare Bohnensuppe auf Babel-Art mit diversen Einlagen wie zarten Rindswangerln, Prinzessbohnen und Gemüseravioli. Perfekt zubereitet kam die zartrosa gebratene Entenbrust mit einem sehr schmackhaften Linsenragout und Erdäpfel-Paprika-Knödel. Verwendet wird ausschließlich marktfrisches Gemüse der Saison. Dementsprechend klein auch die Speisekarte. Sehr klein ist auch das Lokal (etwa 30 Sitzplätze), und viel zu klein sind die Tische, die mit Tellern und zwei Gläsern bereits überfüllt sind. Klein, aber fein präsentiert sich die Weinkarte, mit sehr guten Weinen ungarischer Top-Winzer und sogar Weinen aus Österreich (nicht selbstverständlich in Budapester Restaurants). Das Servicepersonal ist auch hier professioneller geworden. Die durchwegs gut geschulten Kellner sind mehrsprachig und sehr aufmerksam.
BABEL Restaurant Hubert Hlatky-Schlichter
Gut versteckt in der Fußgängerzone, wo man leicht in eine der zahlreichen Touristenfallen tappen kann, unweit der großen Markthalle, ist dieses Restaurant mit dem etwas eigentümlichen Design. Große, glänzende Flächen in Schwarz, die Hängelampen beleuchten nur die Teller, was sicherlich auch als Ars poetica von Küchenchef István Pesti aufzufassen ist: Nur das zählt, was auf dem Teller ist. Aber selbst unter diesem Gesichtspunkt kann man nicht ganz verstehen, warum die Tische so nah aneinander stehen, erst wenn die ersten Speisen im Scheinwerferlicht erscheinen, vergisst man die nahen Nachbarn. Beinahe einzigartig in der Stadt ist die Tatsache, dass das Babel auch ein vegetarisches Menü neben dem internationalen und dem ungarischen bietet. Alle Elemente können aber auch einzeln gewählt werden, wie der höfliche und kompetente Kellner aufmerksam macht, es handelt sich bei den Speisen um Kostportionen. Durchaus beachtenswert ist auch der Umstand, dass es bei den ungarischen Speisen um neu überdachte Versionen geht; um alle Facetten und Spiele verstehen zu können, sollte man sie einmal im Original gekostet haben, aber auch ohne Vorwissen sind sie äußerst genießbar. Die Fischsuppe zum Beispiel bringt die gleichen Geschmäcker wie das Original, aber in einer viel eleganteren, verfeinerten Form. Genau das gilt auch für gefüllte Paprika oder „Kedvessy“ Kalb, das Fleisch ist zart, die Zutaten perfekt, bei Letzterem ist lediglich der Durchblick bei der überkomplizierten Präsentation (Kalbsrücken, Entenleber, Spargel, Paprikagelee, Nockerln, Gulaschsauce mit Dillschaum) nicht selbstverständlich. Aber beim Rákóczi túrós, einem Topfendessert mit Marillen kombiniert, gewinnt die Küche wieder die komplette Kontrolle. Übrigens: Ein Umzug ist in naher Zukunft geplant.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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