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zurückTannheimer Stube Monika und Wolfgang Radi
Gerade in so hoch bewerteten Restaurants, wie die Tannheimer Stube seit Jahren eines ist, wird ein Wechsel des Küchenchefs zu Recht aufmerksam verfolgt. Doch es darf Entwarnung gegeben werden. Der Deutsch-Italiener Raffaele Cesare Cannizzaro beherrscht sein Handwerk genauso souverän wie dessen Vorgänger Jürgen Benker. Am heimeligen Ambiente und dem herzlichen Service hat sich ja ohnehin nichts geändert. Die Gäste der Tannheimer Stube haben die Wahl zwischen zwei Menüs, die dankenswerterweise beliebig kombiniert werden können. Cannizzaro bietet einen gelungenen Mix zwischen Klassikern, die einfach jedem schmecken (Seeteufel, Limousin-Lammrücken, Steinbutt) und etwas gewagteren Kombinationen (Oktopus im eigenen Saft, Sashimi vom Schwertfisch, Kalbshaxe sous vide, d. h. unter Vakuum bei niedriger Temperatur, Anm.), die auch neugierige Schlemmer glücklich machen. Nach köstlichen Amuse gueules (Carpaccio, Melanzani-Bällchen, Räucheraal) starteten wir mit winzigen Jakobsmuscheln auf Topinambur mit Schinkenjus. Eine ungewöhnliche, jedoch in jeder Hinsicht gelungene Kombination. Ebenfalls großartig der geschmorte Oktopus und der darauf folgende saftige Steinbutt mit Artischocken-Salat. Ein weiteres Highlight dann die sous vide gegarte Kalbshaxe, die von zwei knackig-knusprigen Spargelstangen begleitet wurde. Auch das Dessert (drei Variationen vom Pfirsich) hielt das solide Drei-Hauben-Niveau locker. Doch ein gelungenes Essen hängt ja nicht nur von der Küchenleistung ab. Eine perfekt abgestimmte Weinbegleitung und ein Bilderbuch-Service machten einen wunderschönen Abend vollkommen.
Das Hohenfels ist ein ruhiges, gemütliches Genießerhotel in ruhiger Lage, von dem aus sich die umliegende idyllische Berglandschaft des Tannheimer Tals leicht erkunden lässt. Wer lieber im Haus bleibt, kann sich in einem gemütlichen Spa-Bereich verwöhnen lassen. Die naturnahe Philosophie der Familie Radi zeigt sich auch darin, dass alle Aspekte des Hotelbetriebs – von der Bettwäsche bis zu den Putzmitteln – auf ihre ökologische Qualität hin ausgewählt werden. Mittags gibt es für Hotelgäste ein paar Kleinigkeiten zu essen, abends dann ein delikates Halbpensions-Menü. Zumindest einmal während des Aufenthalts sollte man sich jedoch von Küchenchef Raffaele Cesare Cannizzaro in der Tannheimer Stube verwöhnen lassen. Danach gibt es in der Lobby (dezente) Live-Musik.
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
Bei unserem kürzlich erfolgtem Besuch in der "Tannheimer Stube" im Landhotel Hohenfels erfuhren wir vom überraschenden Abgang des bisherigen Küchenchefs. Somit war für die Betreiberfamilie Radi akuter Handlungsbedarf gegeben. Doch mit der Verpflichtung von Raffaele Cesare Cannizzaro bewiesen sie nicht nur ein glückliches Händchen, sondern es dürfte ihnen damit auch ein spektakulärer Coup gelungen sein. Mit Küchenchef Cannizzaro, bereits bisher hoch dekorierter Koch in bedeutenden deutschen Häusern, konnte dafür gewonnen werden, seine Kochphilosophie auch den Gästen in Österreich nahe zu bringen. Seine Auffassung von mediterraner Küche wird hier komplett neu definiert und seine Interpretationen sind auch für einen viel gereisten Gourmet von einer ungeheuren Subtilität. Ob Oktopus im eigenen Saft mit toskanischen Brotsalat, die Lasagnette mit weißer Kalbsfleischbolognese oder der Limousin-Lammrücken mit Püree vom jungen Knoblauch, eines haben sie alle gemeinsam - sie werden uns unvergesslich bleiben. Auf diesem Niveau zu kochen, ist in Österreich nur ganz wenigen vorbehalten und in dieser Form zählt Raffaele Cesare Cannizzaro zu den besten Köchen Österreichs.
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